Für diese Studie wurden retrospektiv die Daten von 206 Fällen einer vermuteten NBSAP am Detroit Receiving Hospital and University Health Center untersucht. Die Infektionen ereigneten sich zwischen Januar 1999 und April 2004. Bei 60 der Patienten konnte eine NBSAP verifiziert werden.

Die klinischen und mikrobiologischen Erfolgsraten lagen bei 50 bis 57 Prozent. 33 der Patienten (55,5 Prozent) starben während des Krankenhausaufenthaltes. Die meisten von ihnen (24, 4 Prozent) an den direkten Folgen der NBSAP. Pneumonien in der Folge einer Infektion mit Staphylococcus aureus entwickelten sich in der Regel erst recht spät während eines Krankenhausaufenthaltes, häufig bei Intensivpatienten, die mechanisch beatmet wurden.

Jene Patienten, die mit Methicillin-sensitiven Staphylococcus aureus (MSSA) infiziert waren, hatten eine höhere Chance, innerhalb der ersten beiden Tage adäquat therapiert zu werden als jene Patienten, die mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) infiziert waren (72,2 beziehungsweise 50,0 Prozent). Die klinischen und mikrobiologischen Erfolgsraten waren in beiden Gruppen jedoch vergleichbar.

Die Prognose einer solchen Infektion ist offenbar tatsächlich weitgehend unabhängig davon, ob die Therapie früh oder etwas verspätet einsetzt. Das lässt zumindest die vorliegende Studie vermuten. Die Studienleiter bezeichnen dies als die eigentliche Überraschung ihrer Untersuchung. Sie fordern jedenfalls neue und bessere Wirkstoffe und weitere Studien, die den optimalen Zeitpunkt für den Therapiebeginn untersuchen. Mit Vancomycin müsse man jedenfalls auch weiterhin vorsichtig umgehen, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: Chest Vol. 128, S. 1414-1422