COMPAMED in Düsseldorf

Statement von Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, in Vorschau auf die COMPAMED 2014

12. bis 14. November 2014

Die Medizintechnik zählt unverändert zu den wachstumsstärksten Branchen weltweit. Allerdings wächst das Nachfragevolumen selbst in Schwellenländern weniger basierend auf einer Mengenausweitung, sondern getrieben durch gezielte Investitionen in moderne Systeme und Verfahren. Im Vorteil sind demnach besonders die innovationsgetriebenen Medizintechnikhersteller. Wer die eigene Forschung und Produktentwicklung nicht vernachlässigt und den Zusatznutzen neuer Gerätegenerationen und Verfahren klar herausstellen kann, hat am Markt die besten Karten.

Damit gebührt auch den Zulieferunternehmen als wichtigen Partnern für die Produktentwicklung, Fertigung und Services der Medizintechnik-Industrie eine bedeutsame Rolle. Ihre Leistungsfähigkeit stellen die Zulieferer jedes Jahr eindrucksvoll unter Beweis bei ihrer führenden Markt- und Kommunikationsplattform, der COMPAMED – High tech solutions for medical technology. Gleich ob es sich um neue Materialien und entsprechende Prozesse zu ihrer Be- und Verarbeitung handelt, um die Miniaturisierung von Bauteilen, die Entwicklung von modernen Bedienoberflächen medizintechnischer Geräte, sterile Verpackungen oder aber gleich die komplette Auftragsfertigung, es ist sehr oft das Knowhow der COMPAMED-Aussteller, das den Ausgangspunkt bildet für große Fortschritte in der Medizintechnik.

Große Fortschritte macht die COMPAMED auch selbst. Mehr als 700 Aussteller und eine gebuchte Fläche von gut 12.800 Quadratmetern markieren zur COMPAMED 2014 (12. – 14. November) einen neuen Top-Wert in der 1992 gestarteten Erfolgsgeschichte der Veranstaltung.

Im Zusammenspiel mit der parallel stattfindenden weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2014 (ca. 4.500 Aussteller/ 12. – 15. November) wird die gesamte Wertschöpfungskette für Medizintechnik thematisiert – von einzelnen Komponenten über Verfahren zur Qualitätsprüfung bis hin zum fertigen Endprodukt und damit im Zusammenhang stehenden Services für den kompletten Produktlebenszyklus (z. B. Finanzierung, Nachfertigung, Ersatzteile-Handling). Diese aufeinander abgestimmte Messe- und Themenkombination ist weltweit einzigartig und lockt immer mehr Fachbesucher an.

Von den 132.000 Besuchern, die 2013 die MEDICA und die COMPAMED besuchten, interessierten sich bereits gut 17.000 Besucher besonders für das spezielle Profil der Zulieferermesse COMPAMED. Während die MEDICA von den medizinischen Anwendern besucht wird, bilden hauptsächlich Ingenieure, Entwickler und Einkäufer der Medizintechnik-Industrie (Aussteller der MEDICA) den Kern der Besucher der COMPAMED.

Bezogen auf die Messe-Neuheiten liegen derzeit besonders im Trend Mikrosystemtechnik-Lösungen für mobile Diagnostik-, Monitoring- und Therapiesysteme. In Bezug auf kompakte, körpernah getragene Messtechnik, so genannte „Wearables“ und „Smart Textiles“ beschäftigten sich spezialisierte Anbieter z. B. damit, wie die benötigte Technik bestmöglich in Kleidung integriert werden kann. Zu lösen gilt es dabei zahlreiche Herausforderungen: So müssen die Trägertextilien weiterhin dehnbar sein, ohne dass Kontakte abreißen, und sie sollten auch hinreichend robust für die Pflege bleiben.

Die technischen Voraussetzungen hierfür erfüllen inzwischen winzige Sensoren, flexible und dehnbare Substrate aus Silikon, Polyurethan, Polyimid oder Textilien, die großflächig Elektronikbaugruppen aufnehmen können, sowie miniaturisierte Verbindungstechnologien, energieeffiziente Kommunikationselektronik und leistungsfähige Energiespeicher, die sich unter anderem drahtlos aufladen lassen.

Ein Themen-Klassiker bei der COMPAMED sind neue Materialien. Anzuführen sind hinsichtlich aktueller Trends innovative Anwendungsbeispiele von Hochleistungskeramik. Gleich ob es sich etwa um Kniegelenkskomponenten, um Pfanneneinsätze oder Kugelköpfe handelt – aus der Implantatemedizin ist der Werkstoff Keramik nicht mehr wegzudenken. Gute Gewebeverträglichkeit, geringer Abrieb, hohe Widerstandsfähigkeit und auch ein geringes Allergierisiko sind vorrangig erwähnenswerte Vorteile. Selbst als Alternative zu transparenten Werkstoffen auf Basis von Glas oder Polymeren bietet sich Keramik an, wie die Aussteller bei der COMPAMED eindrucksvoll unterstreichen werden. Es gibt Unternehmen, die eine Keramik von extrem hoher Transparenz bei gleicher Festigkeit wie Saphirglas anbieten können. Ein gleichzeitig hoher Brechungsindex sowie ein konkurrenzfähiges Preis-Leistungsverhältnis beschert einer solchen Neuheit eine gute Marktperspektive beispielsweise hinsichtlich der Fertigung von feinen Linsen für die Endoskopie.

Eine spannende Kombination aus Material und Prozesstechnik stellt der 3D-Druck dar, der mittlerweile auch die Medizintechnik erreicht hat. Ein derzeit schon relevantes Anwendungsfeld haben individuell auf den Patienten abgestimmte Bohrschablonen zum Beispiel bei Operationen an Knien oder Hüften gefunden. Thematisiert wurde bei der letzten COMPAMED aber auch schon das europäische Projekt „ArtiVasc 3D“ zur Entwicklung und Herstellung von Implantaten für Weichgewebe im 3-D-Druckverfahren. Diese könnten als medizinischer Gewebeersatz oder als Testsystem für Pharmazeutika und Kosmetika dienen. Wenngleich es aktuell noch wie „Science Fiction“ anmutet, so geht es unter anderem um künstliche Stützstrukturen für Blutgefäße und Adern. Hierfür das richtige Material zu finden, das im 3-D-Druck bearbeitbar ist und das auch noch zu vertretbaren Kosten verwendet werden kann, das stellt momentan eine wesentliche Herausforderung dar. Man darf gespannt sein, inwieweit sich Forschungsinstitute und Anbieter der Lösung zur COMPAMED 2014 werden angenähert haben.

Das Messeangebot der COMPAMED (in den Hallen 8a und 8b) umfasst insgesamt die folgenden Schwerpunkt-Bereiche: Komponenten (u. a. Elektronik, Bauteile, Schläuche, Filter, Pumpen, Ventile), Materialien/ Werkstoffe, Mikro- und Nanotechnologie, Produktion (u. a. Montage-, Automatisierungs- und Fertigungstechnik, Prozesstechnik, Verpackungen) sowie Prüf- und Testsysteme.

Dazu inhaltlich passend informieren auch zwei Foren über relevante Medizintechnik-Zuliefertrends. Das COMPAMED HIGH-TECH FORUM (Halle 8a) des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik legt dabei diesmal den Schwerpunkt auf Laser- und Photonikapplikationen, gedruckte Elektronik sowie innovative Fertigungsverfahren im Hochpräzisionsbereich. Außerdem gewährt eine USA-Session einen Ausblick auf die Entwicklung des dortigen Marktes für Medizintechnik.

Beim COMPAMED SUPPLIERS FORUM der Fachzeitschrift DeviceMed (Halle 8b) werden unterdessen durch Experten aus Unternehmen und Organisationen aktuelle Entwicklungen entlang der gesamten Prozesskette beleuchtet. Mechanische und elektronische Komponenten sind ebenso Gegenstand der Vorträge wie Werkstoffneuheiten und alle Arten der Auftragsfertigung.

Die Veranstaltungen COMPAMED und MEDICA können auch in diesem Jahr wieder mit nur einem Messeticket ohne Aufpreis besucht werden.

Laufzeit der COMPAMED 2014: 12. bis 14. November

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