Einige epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Wirkstoffe aus der Gruppe der Statine nicht nur Cholesterin senken, sondern möglicherweise auch Krebserkrankungen wie das Prostatakarzinom verhindern können. Andere Studien kamen jedoch zu einem gegenteiligen Ergebnis. Hintergrund ist, dass Statine unter Umständen den Stoffwechsel des Hormons Androgen beeinflussen könnten, welches wieder eine wichtige Rolle beim Prostatakarzinom spielt.

Dies wollten Wissenschaftler vom New England Research Institutes in Watertown, Massachusetts, USA, nun genauer wissen. Sie untersuchten die Hypothese, wonach Statine die Serum-Androgenspiegel senken und dadurch auch das sex hormone–binding globulin (SHBG). Dazu analysierten die Studienleiter Daten aus der Boston Area Community Health (BACH) Survey, einer epidemiologischen Studie, die in den Jahren 2002 bis 2005 durchgeführt wurde.

1.812 Männer nahmen damals daran teil. 237 von ihnen nahmen Statine ein, die meisten davon Atorvastatin (73,4 Prozent) beziehungsweise Simvastatin (16,4 Prozent) und Pravastatin (5,1 Prozent).

Die Wissenschaftler konnten keinerlei Zusammenhang zwischen der Einnahme von Wirkstoffen aus der Gruppe der Statine und den Serum-Testosteronspiegeln sowie dem freien Testosteron finden. Auch die Dehydroepiandrosteron-, luteinisierende Hormon (LH) Spiegel, und SHBG-Spiegel zeigten keinerlei Zusammenhang mit einer Statineinnahme. Es gab zwar einen knapp signifikanten Zusammenhang zwischen Statinen und den Testosteronspiegeln. Doch dieser war wohl auf Variablen wie Alter, Body Mass Index und kardiovskuläre Erkrankungen zurückzuführen.

Wie die Studienleiter schreiben, liefert ihre Untersuchung zwar wichtige Daten zum Zusammenhang zwischen Statineinnahme und dem Risiko eines Prostatakarzinoms, kann die Frage aber nicht abschließend klären. Nun sollen Langzeitstudien folgen.

MEDICA.de; Quelle: Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 2007, Vol. 16, S. 1587–1594