Zahlreiche Untersuchungen haben den Nutzen von Statinen bei der KHK nachgewiesen. Allerdings sind die Daten für ältere Patienten und insbesondere für die Gesamtmortalität noch immer unzureichend. Kanadische Wissenschaftler haben sich nun speziell diesem Teilbereich zugewandt. Dabei unterzogen sie neun große Studien einer Meta-Analyse. An allen Studien zusammen hatten insgesamt 19.569 Patienten im Alter zwischen 65 und 82 Jahren teilgenommen. Unter den untersuchten Studien waren auch Subanalysen der "4S, CARE, LIPID und HPS"-Studien mit älteren Patienten. Außerdem zogen die Studienautoren Daten einer unveröffentlichten Substudie der „PROspective Study of Pravastatin in the Elderly at Risk (PROSPER)“-Studie heran.

Dabei zeigte sich, dass Statine in der Altergruppe der 65- bis 82-Jährigen mit KHK nicht nur die krankheitsspezifische, sondern auch die Gesamtmortalität senken. Die Zahlen im Einzelnen: Die Gesamtmortalität sinkt in einem Zeitraum von fünf Jahren um 22 Prozent, die Mortalität bei Koronarerkrankungen um 30 Prozent. Nicht-tödliche Myokardinfarkte ereignen sich unter Statinen um 26 Prozent seltener als ohne diese Wirkstoffe und der Bedarf an Revaskularisationen sinkt um 30 Prozent. Um 25 Prozent seltener treten Schlaganfälle auf. Man muss 28 Patienten dieser Altersgruppe behandeln, um einen Patienten zu retten („number needed to treat“). Dieser protektive Effekt ist insgesamt stärker, als man das aus anderen Studien erwartet hatte.

Trotz dieser guten Ergebnisse werden Statine noch zu selten verordnet, wie Experten schreiben. Allerdings hat auch die Verordnung ein Problem: Ältere Menschen, wie auch jüngere Patienten, halten sich oft nicht an die Verschreibung und nehmen die Medikamente längerfristig dann nur unzuverlässig ein.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American College of Cardiology 2008, Vol. 51, S. 37-45