Darauf weist eine Studie hin, die jetzt beim Jahreskongress der American Diabetes Association (ADA) vorgestellt wurde. Die Untersuchung ist eine Subanalyse der „Fremantle Diabetes Study“, die 1993 in Westaustralien begonnen wurde und acht Jahre langt lief. 531 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 nahmen daran teil. Die Probanden waren zu Beginn der Studie im Durchschnitt 64 Jahre alt und hatten seit vier Jahren Diabetes. 30.9 Prozent litten an einer diabetischen Neuropathie.

Zu Beginn der Studie nahmen nur 6,6 Prozent der Patienten Statine ein, 3.5 Prozent der Patienten nahmen ein Fibrat, typischerweise Gemfibrozil. Der Verordnungsanteil stieg im Verlauf der Studie auf 36.5 Prozent beziehungsweise 10.4 Prozent.

Im Beobachtungszeitraum entwickelte sich bei 62.3 Prozent der Probanden erstmals eine diabetische Neuropathie. Als man dies mit den Verordnungsdaten abglich, zeigte sich ein klarer Vorteil für die beiden Wirkstoffgruppen der Statine und Fibrate. Unter Statinen sank das Risiko einer diabetischen Neuropathie um 35 Prozent. Fibrate senken dieses Risiko um 48 Prozent. Das Interessante daran: Beide Wirkstoffgruppen wirken offenbar unabhängig voneinander, nicht nur, wenn beide verordnet werden.

Über den physiologischen Mechanismus, der zu diesem protektiven Effekt führt, können die Studienleiter nur spekulieren: Sowohl Statine als auch Fibrate haben eine antiinflammatorische Wirkung. Möglicherweise liegt darin einer der Gründe für den positiven Effekt.

Experten zeigten sich sehr erfreut über diese Ergebnisse. Eine diabetische Neuropathie ist schwer zu behandeln. Nur wenige Wirkstoffe sind bislang zur Therapie zugelassen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie lassen hoffen, dass die Therapieoptionen sich eines Tages erweitern könnten.

MEDICA.de; Quelle: American Diabetes Association (ADA): 67th Scientific Sessions abstract 0004-OR