16.02.2011

Miele & Cie. KG

Stellungnahme des AKI zu Silikatbelägen auf Instrumentarium

Das Vorhandensein von Silikatbelägen auf chirurgischem Instrumentarium führte nach Presseberichten am Klinikum Kassel zur Einstellung von geplanten Operationen sowie weiteren drastischen Maßnahmen und wurde in der Presse als Hygieneskandal dargestellt. Wenn dies der einzige Grund für die Schließung war, ist dies nach Auffassung des AKI nicht gerechtfertigt.

Der Arbeitskreis-Instrumenten-Aufbereitung (AKI) ist eine Gruppe von Experten, der seit 1976 besteht und der sich mit dem Thema des Funktions- und Werterhalts medizinischer Instrumente befasst. In der vom Arbeitskreis herausgegebenen Broschüre, die in bisher 16 Sprachen Verbreitung fand und die es aktuell in der 9. Auflage gibt, ist das Problem von Silikatbelägen beschrieben.

Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse und Literaturhinweise, die es erlauben, diese Beläge in Zusammenhang mit krankenhaushygienisch relevanten Aspekten zu sehen. Es handelt sich bei diesen Belägen um Ablagerungen in sehr dünnen Schichten auf den Instrumentenoberflächen, die einen einer Glasur ähnlichen Charakter haben und chemisch neutral wie Glas sind. Die Ursache hierfür kann in unzureichend abgespülten Silikatrückständen eines Reinigungsmittels, zu hohen Silikatgehalten im Nachspülwasser oder im Sterilisierdampf begründet sein. In vielen Zentralsterilisationsabteilungen der Krankenhäuser ist dieses schon einmal aufgetreten bzw. tritt dieses hin und wieder, z.B. durch einen Kieselsäureschlupf bei Herstellung vollentsalzten Wassers, auf. Erfahrungsgemäß ist dieses Erscheinen als ein unkritischer Indikator zu sehen, der anzeigt, dass die Aufbereitungsverfahren und die dabei zum Einsatz kommenden Wasserqualitäten und Prozesschemikalien zu überprüfen sind, um die Ursache herauszufinden und abstellen zu können. Diese Ablagerungen können zwar zunächst rein visuell als ‚schmutzig’ wahrgenommen werden, wenn aber ausgeschlossen ist, dass organische Rückstände maßgeblich beteiligt sind, besteht nach Auffassung des AKI kein Grund zur Schließung.