Stent nicht besser als Bypass

Foto: Modell eines Herzens

Die SYNTAX-Studie wurde beim
Europäischen Kardiologen-
kongress vorgestellt; © SXC

In der "Synergy between PCI with Taxus and Cardiac Surgery" oder SYNTAX-Studie wurden in 62 europäischen und 23 amerikanischen Zentren insgesamt mehr als 3.000 Patienten untersucht, ob ein Katheter- Eingriff, bei dem Stents eingesetzt werden (PCI), bei Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen bessere Gesamtergebnisse liefert als eine Bypass-Operation.

Das Interesse an der Studie war groß, weil erstmals in einer derartigen Vergleichsuntersuchung nicht nur nach strengen Ein- und Ausschlusskriterien selektierte Patienten untersucht wurden, sondern alle Erkrankten. Ein Team von Kardiologen und Herzchirurgen entschied jeweils, ob für einen Patienten beide Verfahren gleichwertig in Frage kamen - dann wurde dieser per Zufallsprinzip einer der beiden Untersuchungsgruppen zugeteilt.

Nach einem Jahr schnitten PCI und Bypass-Eingriff bei der Sterblichkeit (7,7 und 7,6 Prozent) und der Häufigkeit von Herzinfarkten gleich gut ab. Überlegen war die Katheterintervention mit Stentimplantation bei der Häufigkeit von Schlaganfällen (2,2 versus 0,6 Prozent), während sie beim Kriterium "Notwendigkeit eines neuerlichen Eingriffs nach einem Jahr" deutlich unterlegen war (13,7 versus 5,9 Prozent). Alle Vergleichskriterien zusammen genommen ergab sich im randomisierten Studienzweig eine kumulierte Ereignishäufigkeit von 17,8 Prozent für PCI und 12,1 Prozent für die Bypass-Operation.

"Die Debatte bleibt in Bewegung, beide Interventionsformen haben sich qualitativ in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt", sagte Professor Friedrich Wilhelm Mohr aus Leipzig, einer der Studienleiter. "Hier wird es in Zukunft immer stärker auf die Patientenwünsche ankommen. Der Preis des wesentlich schonenderen Eingriffs per Katheter ist das höhere Risiko, dass die Intervention wiederholt werden muss."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.