Studie: Sterbebedingungen in deutschen Krankenhäusern

23/04/2013
Foto: Ältere Patientin mir Arzt

Die meisten Patienten in Deutschland sterben in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen; © James Steidl/panthermedia.net

Noch immer ist das Krankenhaus der Ort an welchem die meisten Menschen unseres Landes sterben. Mehr als 200 000 jedes Jahr. Es ist also naheliegend, die näheren Umstände des letzten Lebensabschnittes in den stationären Einrichtungen zu bestimmen und wo notwendig, Verbesserungen zu ermöglichen.

Auch wenn die verschiedenen Qualitätsmanagementsysteme die Situation der Sterbenden – in aller Regel eher indirekt – erfassen, fehlt eine regelmäßiges Monitoring und ein mit dieser einhergehende, auch öffentliche Berichterstattung.

An dieser Situation hat sich in den letzten 25 Jahren nur wenig verändert. Die letzte umfassendere Studie wurde als „Gießener Studie zu den Sterbebedingungen in den Krankenhäusern“ in den Jahren 1988 bis 1990 durchgeführt. Verwendet wurde ein klinisch validiertes Verfahren um folgende Sachverhalte zu ermitteln: Räumliche und technische Ausstattung des Sterbeortes, Art der Schmerztherapie, Einbeziehung der Angehörigen, Kommunikation der Prognose beziehungsweise Therapie des Sterbenden und der Umgang mit dem Verstorbenen.

Das Verfahren richtet einen weiteren Fokus auf die Situation der Pflegekräfte und Ärzte: deren Ausbildung für die Arbeit mit Sterbenden, zeitliche und personelle Verfügbarkeit, persönliche Belastung und das Arbeitsklima in den betroffenen Bereichen. Die nicht unproblematischen Befunde lösten eine erhebliche Diskussion „um die Würde der Sterbenden“ in deutschen Krankenhäusern aus.

In den zurückliegenden 12 Monaten wurde diese Studie durch das TransMIT-Zentrum für Versorgungsforschung wiederholt. Über 1400 Mitarbeiter aus mehr als 200 Krankenhäusern aller Bundesländer Deutschlands haben sich beteiligt.

Wie hat sich die Versorgungsqualität in den letzten 25 Jahren weiterentwickelt? Die Aufmerksamkeit der neuen Studie richtete sich unter anderem auf den Einfluss den der Versorgungsauftrag und die Art der Trägerschaft begründen. Ferner wollen die beteiligten Wissenschaftler die Situationsunterschiede zwischen der onkologischen, allgemein- und intensivstationären Versorgungen aufzeigen. Am 12.10.2013 werden die Ergebnisse im Rahmen eines Kongresses in Gießen vorgestellt.

MEDICA.de; Quelle: TransMIT-Zentrum Versorgungsforschung & Beratung

Mehr zur Studie unter: www.sterben-im-krankenhaus.de