Behauptungen, wonach die Mammographie als Massenuntersuchung zu unsicher sei, beruhten auf veralteten Studien, so Prof. Werner Böcker von der Universität Münster. Im Gegenteil habe die Einführung des Brustkrebs-Screenings in anderen europäischen Ländern gezeigt, dass dadurch Knoten in der Brust in einem so frühen Stadium entdeckt werden, dass die Krankheit meist vollständig geheilt und die Sterblichkeit eindeutig gesenkt werden kann.

Wichtig seien jedoch die hohe Qualität der verschiedenen Untersuchungsmethoden. Die entscheidende Frage, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt, könne nur durch Pathologinnen und Pathologen beantwortet werden, betonte der Präsident der DGP, Prof. Helmut E. Gabbert aus Düsseldorf.

Die Mammographie für alle Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen wird auf Beschluss des Bundestages derzeit eingeführt. Früher wurde die Untersuchung nur bei entsprechendem Verdacht bezahlt. Nun sollen alle Frauen zur kostenlosen Untersuchung eingeladen werden, wie dies bereits in einigen Modellregionen geschieht.

Bei rund zwei Prozent der erfassten Frauen ist anschließend eine Gewebeuntersuchung notwendig. Lediglich bei 15.000 von drei Millionen mammographierten Patientinnen wird durch die pathologische Diagnostik schließlich Brustkrebs festgestellt, der wegen der frühzeitigen Entdeckung dann aber fast immer durch einen kleinen Eingriff und ohne Strahlen- und Chemotherapie endgültig geheilt werden kann.

Böcker berichtete, dass nur speziell qualifizierte Pathologen an dem Programm teilnehmen dürfen, die sich zudem einer permanenten Qualitätskontrolle unterziehen.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften