Stillen macht nicht intelligenter

Stillen und Intelligenz hängen doch
zusammen; © Hemera

Schon seit dem Jahre 1929 untersucht man den Zusammenhang zwischen Stillen und Intelligenz eines Kindes. Die meisten Studien haben gezeigt, dass gestillte Kinder später intelligenter sind als Kinder, die nicht gestillt wurden. Allerdings leiden viele dieser Studien an Schwächen des Designs, so dass eine endgültige Aussage zu diesem Thema bis heute nicht möglich ist.

Eine Studie aus Schottland bringt nun neue Daten zu dieser interessanten Debatte. Vor allem sollte diese Studie auch den Einfluss anderer Variablen wie etwa die Intelligenz der Mutter auf die Intelligenz des gestillten oder eben nicht gestillten Kindes untersuchen. Daten von 5.475 Kindern mit 3.161 Müttern flossen in diese Longitudinalstudie mit ein.

Die Intelligenz der Mutter hat einen hohen prädiktiven Wert für das Bruststillen. Mehr jedenfalls als ihre ethnische Zugehörigkeit, ihre Bildung, das Alter, Einkommen, Raucherstatus, häusliche Umgebung oder das Geburtsgewicht des Kindes. Mit jeder Standardabweichung nach oben in Bezug auf die mütterliche Intelligenz verdoppelte sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau ihr Kind selbst stillte.

Bevor die Wissenschaftler den Einfluss verschiedener Störfaktoren auf die Intelligenz der Kinder berücksichtigten, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Bruststillen und Intelligenz des Kindes: Wurden die Kinder gestillt, dann erreichten sie im Durchschnitt vier Punkt mehr beim „Peabody individual achievement test“ als ungestillte Kinder.

Anders, nachdem man die Intelligenz der Mutter mit einberechnete. Da zeigte sich nun: Die Kinder waren nicht deshalb klüger, weil sie gestillt worden waren, sondern weil ihre Mütter mit höherer Wahrscheinlichkeit intelligent waren.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 945