Stillen ohne wenn und aber

Trotz Rückstanden das beste für
Säuglinge: Muttermilch
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Nach Ansicht der Nationalen Stillkommission des BfR sei Muttermilch die beste, die praktischste und die preiswerteste Nahrung für das Neugeborene. Gestillte Säuglinge erkranken im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen und neigen im späteren Alter weniger zu Übergewicht.

Auch auf das Allergierisiko scheint Stillen einen positiven Einfluss zu haben. Neben der Gesundheit des Säuglings fördere Stillen auch die Gesundheit der Mutter. Weil Stillen Energie verbrauche, nehmen Mütter nach der Geburt zum Beispiel leichter wieder ab. Ebenso wichtig wie die physische Komponente sei die psychische: Stillen steigere das Wohlbefinden von Mutter und Kind.

"Dass in Muttermilch auch ein breites Spektrum an Chemikalien nachgewiesen werden kann, sollte keine Mutter vom Stillen abhalten", empfiehlt die Leiterin der Nationalen Stillkommission, Professor Hildegard Przyrembel, den Müttern. "Die Gehalte vieler Chemikalien sind rückläufig, sie stellen, nach allem was wir heute wissen, für den gestillten Säugling kein Risiko dar."

Chemiefreie Muttermilch kann und werde es nicht geben, so die Pressemeldung des BfR, weil alle Produkte, die Luft, der Boden und die Nahrung Chemikalien enthalten. Die Bioindikatorfunktion der Muttermilch biete aber vielmehr die einmalige Gelegenheit, an ihr die jeweils aktuelle Belastungssituation zu prüfen und dort einzugreifen, wo es zum Schutz der Gesundheit erforderlich sei.

Die Muttermilchanalysen zeigten auch, dass die Trends für viele Chemikalien seit mehr als 15 Jahren rückläufig sind. So habe zum Beispiel die Belastung mit Dioxinen und Polychlorierten Biphenylen (PCBs) deutlich abgenommen - ein Beleg dafür, dass emissionsmindernde Maßnahmen und Verwendungsverbote gegriffen haben.

MEDICA.de; Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)