Die durchschnittliche Zeit bis zum biochemischen Versagen steigt dadurch von durchschnittlich 3,1 Jahren auf 10,3 Jahre, sagte Gregory Swanson, MD, Radioonkologe am University of Texas Health Science Center in San Antonio, USA, bei der Jahrestagung der "American Society for Therapeutic Radiation and Oncology" (ASTRO) in Denver.

Swanson hatte eine Studie mit 425 Patienten unternommen, die an einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom litten. Der Tumor hatte bereits die Prostatakapsel verlassen beziehungsweise die Samenbläschen infiltriert. Randomisiert erhielten die Patienten binnen 16 Wochen nach der Operation entweder 60 bis 64 Gy radiotherapeutische Behandlung oder sie wurden einfach nur beobachtet.

Zehn Jahre später lag die metastasenfreie Überlebensrate bei 71 Prozent in der radiologischen Gruppe und bei 63 Prozent in der Kontrollgruppe. Dieser Unterschied war nicht signifikant. Auch die Gesamtüberlebenszeit war mit 74 Prozent versus 66 Prozent nicht signifikant unterschiedlich (p gleich 0.16).

Allerdings waren die biochemischen Parameter unter der Radiotherapie deutlich besser: 52 Prozent der Patienten unter Radiotherapie hatten zehn Jahre nach der Behandlung PSA-Werte unter 0,4 ng/mL gegen 26 Prozent in der Kontrollgruppe (p kleiner 0.001).

In den ersten fünf Jahren nach der Therapie hatten die radiologisch behandelten Männer mehr Schwierigkeiten beim Wasserlassen als die Männer der Vergleichsgruppe. Zehn Jahre nach Therapiebeginn jedoch war die Lebensqualität in beiden Gruppen vergleichbar.

Dr. Swanson vermutet, dass man mit einer höheren radiotherapeutischen Dosis von 70 Gy und zusätzlicher Chemotherapie das Zehn-Jahres-Ergebnis noch weiter verbessern könnte.

MEDICA.de; Quelle: American Society for Therapeutic Radiology and Oncology 47th Annual Meeting Abstract 1