Ein Fersensporn ist ein dornartiger Knochenauswuchs an der Ferse. Durch Mikroverletzungen des Gewebes, aufgrund von Über- und Fehlbelastungen wie Fußfehlstellungen oder Übergewicht, lagert sich Knochenmaterial am Sehnenansatz ein. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung leiden an einem Fersensporn – häufig ohne Beschwerden. Wird der Bereich des verknöcherten Sehnenansatzes gereizt, kann es jedoch zu Entzündungen kommen. Dies ist oft mit großen Schmerzen und Problemen beim Gehen verbunden.

Zur Behandlung des Fersensporns erhalten die Patienten in der Regel orthopädische Einlagen und Krankengymnastik. Eine Operation kommt nur in seltenen Fällen in Frage. Eine sichere und sehr wirksame Methode, die Schmerzen zu lindern, ist die sogenannte Schmerzbestrahlung. „Mit der Strahlentherapie steht uns ein sehr wirksames und sicheres Behandlungsverfahren zur Verfügung. Die Ansprechraten sind mit 70 bis 100 Prozent besonders hoch“, erläutert Doktor Oliver Micke Mitautor einer aktuellen Studie zur Effektivität der Strahlentherapie beim schmerzhaften Fersensporn.

An der Studie nahmen – aufgeteilt auf zwei Studienarme – 66 Patienten teil. Bestrahlt wurde zweimal pro Woche mit einer Standarddosis von 6 Gray (Gy) und einer sehr niedrigen Dosis von 0,6 Gy über einen Zeitraum von drei Wochen. Die Forscher konnten nach einem Gesamtzeitraum von 12 Monaten nachweisen, dass die Standarddosis von 6 Gy – immer noch eine sehr geringe Menge – die Schmerzen erheblich wirksamer und länger eindämmt als die niedrigere Dosis und damit den wissenschaftlichen Beleg der Wirksamkeit erbringen. „Zudem ist die Methode praktisch frei von akuten Nebenwirkungen und Strahlenspätfolgen“, ergänzt Micke.

„Die Bestrahlung kommt für Fersensporn-Patienten in Frage, bei denen die konventionelle Therapie und auch die Gabe von Schmerzmitteln nicht geholfen haben“, betont Professor Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO. Aber man sollte nicht zu lange warten: Je früher bestrahlt werde, umso größer sei der Behandlungserfolg. Micke fasst zusammen: „Die Therapie ist kurz, wenig planungsintensiv und sehr wirksam. Das konnten wir mit unserer Untersuchung nachweisen.“ Die DEGRO empfiehlt die Behandlung. Zudem handelt es sich – anders als bei anderen alternativen Methoden – um eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)