Strahlung erhöht Leukämierisiko nicht

Foto: Fernsehantennen

Die Strahlenbelastung von Sende-
anlagen wurde verbessert; © SXC

„In der jetzt vorgelegten Untersuchung ist die Belastungsabschätzung gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Radio- und Fernsehsendern deutlich verbessert worden“, sagt Studienleiter Joachim Schüz. Die Untersuchung wurde vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt. Studiengebiet seien alle westdeutschen Gemeinden gewesen, die im Umkreis von 16 leistungsstarken Mittelwellensendern und acht UKW- und Fernsehsendern liegen. Die Studie vergleicht 1.959 an Leukämie erkrankte Kinder mit 5.848 nicht erkrankten Kindern.

Als Erkrankte wurden Kinder bis zum Alter von 14 Jahren definiert, die zwischen 1984 und 2003 Leukämie entwickelten und die zum Zeitpunkt der Diagnose in der Studienregion lebten. Die nötigen Informationen über die erkrankten Kinder stellte das Deutsche Kinderkrebsregister am IMBEI der Universität Mainz zur Verfügung.

"Wir haben keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Leukämierisiko für Kinder gefunden", erklärt Schüz. "Anders als bei einer 2007 veröffentlichten Studie zu Kinderkrebs um Kernkraftwerke lässt sich auch bei Kindern unter fünf Jahren in den höchstbelasteten Gebieten in der Nähe der Sender kein erhöhtes Leukämierisiko nachweisen.

Die Studie schwäche vereinzelte auffällige Befunde von früheren weniger belastbaren Studien deutlich ab. Das liege an der individuellen Expositionsabschätzung für fast 8.000 Kinder, am 20-jährigen Beobachtungszeitraum und dem Fokus auf die leistungsstärksten Sendeanlagen in Deutschland. Das Fehlen eines bekannten biologischen Wirkmechanismus spreche zusätzlich gegen einen Ursache-Wirkungs- Zusammenhang zwischen hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung und dem Risiko, an einer Kinderleukämie zu erkranken.

MEDICA.de; Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz