Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Er spricht Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung aus.

Aus der Perspektive des Wissenschaftsrates sind die folgenden Punkte von zentraler Bedeutung, um das vorhandene Transferpotential zwischen Wissenschaft und Wirtschaft konsequenter und systematischer zu nutzen und gleichzeitig Verwertungsprozesse und ihre Förderung zu optimieren:

Dauerhafte strategische Partnerschaften, die nicht in erster Linie projektorientiert sind. Sie stellen ein besonders geeignetes Instrument dar, um den wechselseitigen Wissensfluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu intensivieren. Davon profitieren sowohl die Hochschulen und Forschungseinrichtungen als auch die Unternehmen.

Ein aus öffentlichen und privaten Mitteln finanzierter Fonds soll dazu beitragen, Ideen so weit zu fördern, bis sie nahezu marktreif sind. Die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und Erfindungen in neue Produkte und Verfahren könnte damit deutlich verbessert werden.

Wissens- und Technologietransfer soll als strategisches Ziel in den Gesamtentwicklungsplänen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen verankert werden. Eine solche Stärkung der Transferaufgaben im Gesamtsystem darf sich nicht nachteilig auf die übrigen Aufgaben auswirken.

Über entsprechende Anreizsysteme (zum Beispiel bei der leistungsorientierten Mittelvergabe) sollte sichergestellt sein, dass sich das Engagement in Wissens- und Technologietransfer institutionell, aber auch für die einzelne Wissenschaftlerin oder den Wissenschaftler lohnt.

Um die Chancen für eine Verwertung wissenschaftlicher Erfindungen zu erhöhen, sollte im deutschen und europäischen Patentrecht eine Neuheitsschonfrist eingeführt werden, um eine Patentanmeldung auch noch nach einer Publikation zu ermöglichen. Überdies sollte eine weltweite Harmonisierung des Patentrechts angestrebt werden.

MEDICA.de; Quelle: Wissenschaftsrat