Stress in der Kindheit erhöht Risiko

Dass Stressereignisse einen Einfluss auf die Entwicklung von allergischen Krankheiten haben können, war bereits länger bekannt. Die zugrunde liegenden Mechanismen galten aber lange Zeit als ungeklärt. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurden Stressereignisse in den frühen Lebensjahren innerhalb einer großen epidemiologischen Studie mit Hilfe von Immunmarkern und Neuropeptiden untersucht.

Die Forscher hatten Blutproben von 234 sechsjährigen Kindern untersucht und im Zusammenhang mit Umzug oder Trennung der Eltern erhöhte Blutkonzentrationen des Stresspeptides VIP (Vasoaktives intestinales Peptid) gefunden. Vorangegangene Untersuchungen zeigten, dass es einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Konzentration des Neuropeptides VIP und allergischen Sensibilisierungen bei sechsjährigen Kindern gibt.

Parallel zu Blutuntersuchungen analysierten die Forscher auch verschiedenste soziale Faktoren im Umfeld der Kinder, um auslösende Faktoren für stressbedingte Fehlregulationen des Immunsystems herauszufinden. Bei Kindern, deren Eltern sich innerhalb des letzten Jahres getrennt hatten oder die umgezogen waren, fanden die Forscher erhöhte Blutkonzentrationen des Neuropetides VIP (Vasoaktives intestinales Peptid) sowie erhöhte Konzentration von Immunmarkern, die mit der Auslösung allergischer Reaktionen verbunden sind, wie das Zytokin IL-4.

Schwere Krankheiten oder der Tod von nahen Verwandten oder Arbeitslosigkeit der Eltern führten dagegen zu keinen auffälligen Veränderungen. So tragisch diese Ereignisse auch sind, offenbar sind sie jedoch für die Stressreaktionen von Kindern von geringerer Bedeutung als beispielsweise eine Trennung oder Scheidung der Eltern, schlussfolgern die Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung