Das beweist die „Action in Diabetes and Vascular Disease: Preterax and Diamicron Modified Release Controlled Evaluation (ADVANCE)“-Studie, an der 11.140 Patienten in 20 Staaten teilnahmen. Alle Patienten litten an einem Diabetes mellitus Typ 2 und waren mindestens 55 Jahre alt. Randomisiert erhielten sie zur Kontrolle des Blutdrucks entweder Placebo oder eine fixe Kombinationsdosis aus Perindopril und Indapamid und unterzogen sich einer strikten Blutzuckerkontrolle oder Standardkontrolle des Blutzuckers gemäß der Leitlinien, die in dem jeweiligen Land gültig waren.

Die Ergebnisse des Blutdruck-Arms der Studie waren bereits im vergangenen Jahr publiziert worden. Sie hatten gezeigt, dass man mit einer Kontrolle des Blutdrucks das relative Mortalitätsrisiko als Folge kardiovaskulärer Erkrankungen im Vergleich zu Placebo um 18 Prozent senken kann (p gleich 0.03).

Nun folgen die Ergebnisse des Blutzucker-Arms der Studie: Jene Patienten, die für die intensive Blutzuckerkontrolle ausgewählt wurden, erhielten Gliclazid (30 bis 120 Milligramm pro Tag), so dass der HbA1c-Wert bei höchstens 6,5 Prozent lag. Alle anderen Patienten erhielten sonstige Wirkstoffe zur Blutzuckersenkung. Damit sollte der HbA1c-Wert bei ihnen auf höchstens sieben Prozent gesenkt werden, was den aktuellen Leitlinien entspricht. Während unter Gliclazid der HbA1c-Grenzwert von 6,5 Prozent eingehalten wurde, erreichte man in der Kontrollgruppe lediglich einen Durchschnitt von 7,3 Prozent (p kleiner 0.001).

In der Studiengruppe lag das Risiko für größere vaskuläre Komplikationen zehn Prozent unter jenem der Vergleichsgruppe (p gleich 0.013). Außerdem traten 14 Prozent weniger mikrovaskuläre Ereignisse auf (p gleich 0.014). In Bezug auf größere makrovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkt oder Schlaganfall allerdings waren die Zahlen in beiden Gruppen vergleichbar.

MEDICA.de; Quelle: The New England Journal of Medicine 2008, Vol. 358, S. 2560-2572