16.02.2007

iSOFT Deutschland GmbH

Studie fordert elektronische Patientenakte von der Wiege bis zur Bahre

Eine aktuelle Studie* der iSOFT Deutschland GmbH fordert die Einführung einer elektronischen Patientenakte (EPA), die über die vor kurzem gestartete elektronische Gesundheitskarte (eGK) weit hinausgeht. Während die Chipkarte, mit der in den nächsten Jahren alle 80 Millionen gesetzlich und privat Krankenversicherten in Deutschland ausgestattet werden sollen, in erster Linie Abrechnungs- und nur ganz wenige medizinische Informationen speichert, soll die Patientenakte ausnahmslos alle Daten von der Wiege bis zur Bahre aufnehmen. Diese Ansicht vertreten zumindest über 80 Prozent der von iSOFT im Rahmen der Studie „Mehr Effizienz im Gesundheitswesen 2007“ befragten 100 Fach- und Führungskräfte aus allen Bereichen des deutschen Gesundheitssystems.
„Die elektronische Gesundheitskarte stellt einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar, aber die Vollendung liegt nach Ansicht fast aller Fachleute bei der umfassenden Patientenakte“, sagt Studienherausgeber Peter Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der iSOFT Deutschland GmbH. Die iSoft-Gruppe ist sowohl am größten deutschen Projekt (elektronische Gesundheitskarte) als auch am weltweit größten Projekt (National Program for IT in Großbritannien) zur Ausstattung des Gesundheitswesens mit Informationstechnologie (IT) maßgeblich beteiligt.

Krankenhäuser sollten heute schon multimediale Archivsysteme einführen

Die elektronische Patientenakte sollte auch digitalisierte Patientenbilder etwa aus der inneren Medizin, der Chirurgie und der Pflege aufnehmen, fordern über 90 Prozent der von iSOFT in Deutschland befragten Fachleute. Daher sollten die Krankenhäuser ihre Informationssysteme heute schon um eine multimediale Archivierung erweitern, um Bildmaterial digital speichern zu können, meinen 91 Prozent der Experten. 79 Prozent halten es für unerlässlich, dass alle verfügbaren Befunddaten dauerhaft gespeichert werden. Dazu gehören ebenfalls alle medizinischen Befunde aus Krankenhaus-Informationssystemen, meinen 56 Prozent der Experten.

Die Hälfte der Fachleute will zudem unbedingt auch externe Briefe etwa von niedergelassenen Ärzten, von denen sich der Patient im Laufe seines Lebens behandeln lässt, elektronisch aufbewahren. Über 80 Prozent halten es dabei für wichtig, dass die bislang angefallenen Papierakten mit einem Scanner digitalisiert und in die elektronische Patientenakte aufgenommen werden, hat die iSoft-Studie ermittelt.

Die Chipkarte bildet die Grundlage für die Patientenakte im Computer

„Die flächendeckende Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in den nächsten Jahren stellt die Grundlage für die langfristige Etablierung der elektronischen Patientenakte dar“, erklärt Peter Herrmann. Lesegeräte für die eGK-Chipkarte sollen mittelfristig bei den rund 123.000 niedergelassenen Ärzten, 65.000 Zahnärzten, 21.000 Apotheken, 2.200 Krankenhäusern und knapp 270 Krankenkassen in Deutschland installiert werden.

Während die eGK in die Hände der Patienten gegeben wird, ist geplant, dass die Ärzte und Apotheker eine Health Professional Card erhalten. Nur wenn beide Karten zusammen kommen, also sowohl der Patient seine Einwilligung gibt als auch der Arzt bzw. Apotheker seine Berechtigung nachweist, soll künftig der Zugriff auf die elektronische Patientenakte möglich werden. „Die Sicherheit ist das A und O für die Akzeptanz der Patientenakte in moderner Form“, betont Peter Herrmann.



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* Der iSOFT-Report 2007 über den Status und die Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland basiert auf einer Expertenbefragung von 100 Fach- und Führungskräften aus allen Bereichen des Gesundheitssystems, von Körperschaften des öffentlichen Rechts über Organisationen, die in staatlichem Auftrag hoheitliche Aufgaben wahrnehmen, bis hin zu privaten Verbänden einzelner Interessensgruppen. Herausgeber der Studie ist die auf das elektronische Gesundheitswesen (eHealth) fokussierte iSOFT-Gruppe.