Das teilten Merck und das "HIV Vaccine Trials Network (HVTN)", welches die Studie unterstützte, am Freitag mit. Der Wirkstoff V520 ist eine Mischung aus drei Komponenten: Jede besteht aus der abgeschwächten Version des Adenovirus Typ 5 sowie drei synthetischen Genen, genannt gag, pol und nef.

Dieser Wirkstoff wurde in der multizentrischen und randomisierten sowie doppel-blinden, placebokontrollierten "STEP"-Studie an 3.000 HIV-negativen Freiwilligen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren getestet. Die Probanden kamen aus verschiedenen sozialen Milieus, waren HIV-negativ und hatten ein hohes Risiko, sich mit HIV zu infizieren.

Die Wissenschaftler definierten zwei verschiedene Endpunkte: Ob die experimentelle Vakzine die Zahl derjenigen, die sich mit HIV infizieren, senken kann und ob diejenigen, die sich trotz Impfung dennoch anstecken, wenigstens eine geringere Viruslast tragen.

Nun hat das unabhängige „Data Safety Monitoring Board“ ein Zwischenfazit gezogen und empfohlen, die Studie nicht mehr weiter zu führen. Grund dafür ist die Erkenntnis, dass der Wirkstoff eine HIV-Infektion nicht verhindern konnte.

Von 741 Freiwilligen, die sich der Impfung unterzogen hatten und deren Daten untersucht wurden, steckten sich innerhalb von durchschnittlich 13 Monaten trotz Impfung 24 Personen mit HIV an. In der Placebo-Gruppe mit 762 Freiwilligen dagegen infizierten sich nur 21 Personen mit HIV. Der experimentelle Wirkstoff konnte also keinen Schutz bieten.

Auch beim zweiten Endpunkt zeigte sich der Impfstoff als kompletter Fehlschlag: Jene, die sich trotz Impfung ansteckten, trugen ebenso viele Viren mit sich wie die Personen aus der Kontrollgruppe.

MEDICA.de; Quelle: HIV Vaccine Trials Network (HVTN)