Bis zu fünf Prozent aller Menschen sollen nach Schätzungen an Erkrankungen der Knochen und Gelenke leiden wie etwa der rheumatoiden Arthritis oder Osteoarthrose. In der „Epidemiological Investigation of Rheumatoid Arthritis” (EIRA)-Studie hat man nun Sozial- und Umweltfaktoren untersucht, die zum Risiko einer rheumatoiden Arthritis beitragen. Die Ergebnisse wurden jetzt bei der Jahrestagung der „European League Against Rheumatism“ (EULAR) vorgestellt.

Zum ersten Mal wurde in dieser Studie nachgewiesen, dass Fischöl einen gewissen protektiven Effekt hat. Man verglich 1.899 Personen mit einer manifesten rheumatoiden Arthritis – gemäß der Kriterien des „American College of Rheumatology“ – mit 2.145 Kontrollpersonen. Wer ein bis sieben Mal pro Woche „öligen“ Fisch isst, also echten Fisch mit entsprechenden Fischölen und Omega-3-Fettsäuren, der kann sein Risiko, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken, um 20 Prozent senken. Spezielle Nahrungssupplemente, die Fischöl enthalten, haben keinen Nutzen.

Die EIRA-Studie brachte noch weitere Erkenntnisse: Dass Rauchen ein Risikofaktor ist für die rheumatoide Arthritis, ist lange bekannt. EIRA konnte nun aber nachweisen, dass dieses Risiko dosisabhängig ist: Je mehr „Packungsjahre“ ein Raucher in der Lunge hat – definiert als eine Schachtel Zigaretten pro Tag ein Jahr lang – desto höher das Erkrankungsrisiko.

Schließlich eine dritte Erkenntnis: Auch psychosozialer Stress bei der Arbeit kann das Risiko einer rheumatoiden Arthritis erhöhen. Dies zeigte sich bei der Befragung von Kranken und Nicht-Betroffenen. Psychosozialer Arbeitsstress wurde dabei definiert als eine geringe Kontrolle der eigenen Arbeit, also ein hohes Maß an Fremdbestimmtheit. Dies erhöht das Risiko einer rheumatoiden Arthritis um bis zu 60 Prozent.

MEDICA.de; Qwuelle: European League Against Rheumatism (EULAR) Jahrestagung 2008