Bild: Kinder am Strand 
Sozial besser gestellten Kindern
geht es auch gesundheitlich
besser; © Pixelio.de

Zur großen Kinder- und Jugendgesundheitsstudie KiGGS des Robert Koch- Instituts ist die erste thematisch breit angelegte Veröffentlichung der Basisergebnisse erschienen. An der Studie nahmen 17.641 Jungen und Mädchen von 0 bis 17 Jahren an 167 Orten teil.

Die Ergebnisse zeigen, das Krankheitsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen durch das Zusammenwirken von Risikofaktoren und Schutzfaktoren geprägt werden. Es ist eine Verschiebung von akuten zu chronischen Krankheiten und von somatischen zu psychischen Störungen zu beobachten.

"Dies lässt die These einer "neuen Morbidität" entstehen, die vorrangig von Störungen der Entwicklung, der Emotionalität und des Sozialverhaltens bestimmt ist", betont die Studienleiterin Bärbel-Maria Kurth, im Robert Koch-Institut Leiterin der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung. So findet man im Bereich der psychischen Gesundheit bei 11,5 % der Mädchen und 17,8 % der Jungen Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten oder emotionale Probleme. Die häufigsten Problembereiche sind Verhaltensprobleme, emotionale Probleme und Hyperaktivitätsprobleme.

Die am schwersten wiegende Erkenntnis ist, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien nicht nur in einzelnen Bereichen von Gesundheit und Lebensqualität schlechtere Ergebnisse aufweisen, sondern in durchweg allen. In dieser Gruppe findet man eine Häufung von Risikofaktoren, eine Häufung von Unfällen, Krankheit, Übergewicht, Umweltbelastungen, eine schlechtere gesundheitliche Versorgung und häufigere psychische Auffälligkeiten.

Kindern aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status haben weniger personale, soziale und familiären Ressourcen. "Zwischen diesen Schutzfaktoren und dem gesundheitlichen Risikoverhalten sind deutliche Zusammenhänge zu erkennen", sagt Bärbel-Maria Kurth. Zum Beispiel rauchen Hauptschüler fünfmal häufiger als die Gleichaltrigen auf dem Gymnasium.

MEDICA.de; Quelle: Robert Koch-Institut