Studie zur Versorgung chronisch Kranker

Die Goethe-Universität Frankfurt untersucht zusammen mit Forschern aus Großbritannien, den Niederlanden, Spanien, Österreich, Frankreich und Dänemark verschiedene Methoden zur Erhebung von Disease Management-Programmen (DMP).

In Deutschland heißen DMP "strukturierte Behandlungsprogramme". Sie werden seit 2003 von allen Gesetzlichen Krankenkassen für Patienten mit Diabetes mellitus, koronarer Herzerkrankung, Asthma/COPD und Brustkrebs angeboten. In den Programmen erhalten hierzulande inzwischen rund 5,8 Millionen Patienten eine strukturierte Therapie und werden selbst stärker in ihre Behandlung einbezogen.

Dazu beinhalten DMP beispielsweise Vorgaben zur regelmäßigen Vorstellung des Patienten bei Haus- und Fachärzten, zur Überweisung bei Krankheitskomplikationen und zur Teilnahme an Schulungsmaßnahmen. Durch die Einführung der Programme soll eine systematische Verbesserung der Behandlungsqualität und eine Reduktion von Folgeerkrankungen, Komplikationen und Kosten bei chronischen Krankheiten erreicht werden. Ob dies tatsächlich gelingt, ist bisher nicht bekannt.

Um den Nutzen von DMP zu untersuchen, ist eine begleitende Erhebung zwar gesetzlich vorgeschrieben. Die dazu verwendete Methode erlaubt jedoch nur einen Vergleich der von den verschiedenen Krankenkassen angebotenen Programme untereinander. Auf der Basis der gesetzlichen Erhebung ist derzeit keine wissenschaftlich begründete Aussage darüber möglich, ob Patienten in DMP tatsächlich besser versorgt werden.

Den Nutzen neuer Versorgungsmodelle wissenschaftlich zu untersuchen, ist unbedingt notwendig, jedoch meist aufwändig und teuer. Daher wären Erkenntnisse darüber hilfreich, welche Erhebungsmethode unter den jeweiligen Ausgangsbedingungen mit möglichst geringem Aufwand und Kosten ausreichend zuverlässige Ergebnisse liefert.

Dazu werden im EU-Projekt DISMEVAL verschiedene, in den teilnehmenden europäischen Ländern verwendete Methoden verglichen. Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines Methodenhandbuchs für die Erhebung von DMP, das Entscheidungsträgern die Auswahl einer möglichst allgemeingültigen, dabei aber möglichst einfachen und kostengünstigen Methode unter den jeweiligen organisatorischen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen des betreffenden Landes ermöglicht.

MEDICA.de; Quelle: Goethe Universität Frankfurt am Main