Herzschwäche: Symptome bekannt, Gefahren aber nicht

04.04.2013

Foto: Fragebogen

Die Mehrheit der Befragten Bürger kennt zwar die Symptome der Herz-
schwäche, ist sich aber der Gefahren nicht bewusst; © panthermedia.net/
Gaby Wiegran

Die Mehrheit der befragten Bürger weiß zwar über die Symptome von Herzschwäche und Möglichkeiten der Vorbeugung Bescheid. Aber nur wenige wissen, dass es sich um eine schwere Erkrankung mit einer vielen Krebsformen vergleichbaren Mortalität handelt.

Das zeigt die bisher größte deutschlandweite Untersuchung zum Wissen und Bewusstsein über Herzinsuffizienz. "Es gibt eine große Diskrepanz zwischen dem Wissen der Öffentlichkeit über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Herzinsuffizienz und dem Verständnis für die Schwere der Erkrankung und ihre Prognose", so Doktor Lindy Musial-Bright von der Charité Berlin. "Das könnte zu gefährlichen Fehleinschätzungen bei Betroffenen führen und eine angemessene Behandlung verzögern."

Im Rahmen der Untersuchung wurden 2.635 Personen in Berlin, Marburg, Hannover und Göttingen befragt. Mehr als 60 Prozent der Befragten konnten Fragen nach Ursachen, Symptomen und Therapie von Herzinsuffizienz richtig beantworten und wussten über Präventionsmaßnahmen wie ausgewogene Ernährung, Bewegung oder Nikotinverzicht Bescheid. 44 Prozent der Umfrageteilnehmer waren direkt oder indirekt über Angehörige oder Freunde von Herzschwäche betroffen.

Die Untersuchung zeigt aber auch eine Reihe von verbreiteten Missverständnissen auf: Jeder fünfte Befragte glaubte fälschlich, Herzinsuffizienz würde sich spontan innerhalb eines Monats wieder zurückbilden.

Weniger als ein Drittel der Studienteilnehmer wusste, dass die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz vergleichbar mit vielen Krebsformen ist. Als wichtigste Informationsquellen für Gesundheitsinformationen generell und solche zu Herzerkrankungen nannten die Befragten Zeitungen und Zeitschriften (52 Prozent), Radio und TV (50 Prozent), gefolgt vom Hausarzt (40 Prozent).

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e.V.