Hoher Blutdruck allgemein ist ein bekannter Risikofaktor für den Schlaganfall. Welcher von beiden Messwerten – der systolische oder diastolische Blutdruckwert – dafür am aussagekräftigsten ist, war bislang nur unzureichend untersucht worden.

Das haben jetzt Wissenschaftler der Arbeitsgruppe von Dr. Thomas Bowman vom Veterans Affairs Boston Healthcare System and Brigham and Women's Hospital, Boston, Massachusetts, USA, untersucht. Sie nutzten dazu die Daten der „Physicians' Health Study“. 11.466 männliche Ärzte hatten daran teilgenommen und waren über durchschnittlich 19,4 Jahre hinweg untersucht worden. Alle Teilnehmer waren zu Beginn der Studie gesund. Während des Untersuchungszeitraums ereigneten sich 508 Schlaganfälle, darunter 411 ischämische, 89 hämorrhagische und acht Schlaganfälle unbekannter Art.

Sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruckwert und zudem der Puls und der mittlere arterielle Druck sind unabhängig voneinander positiv mit dem Risiko eines Schlaganfalls, sowie mit hämorrhagischen und ischämischen Schlaganfällen assoziiert. Unter diesen vier Parametern erwies sich jedoch der systolische Blutdruck als der aussagekräftigste für Schlaganfälle insgesamt und die beiden Hauptarten des ischämischen und hämorrhagischen Insults.

Man kann dies auch genau ausdrücken: Steigt der systolische Blutdruck um jeweils zehn Millimeter Hg an, dann steigt das Risiko eines Schlaganfalls, sowie des ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfalls um 31 Prozent beziehungsweise 28 und 38 Prozent. Zählte man auch noch den diastolischen Blutdruck mit hinzu, erhöhte das die prognostische Aussagekraft des systolischen Blutdruckwertes nicht noch weiter.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2006, Vol. 67, S. 820-823