Tödliche Arbeitsunfälle weiter rückläufig

Die Unfallquote legte mit 28,3 je 1.000 Vollarbeiter erstmals seit Jahren wieder zu. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fielen 2008 insgesamt etwa 1,3 Millionen Erwerbsjahre durch Arbeitsunfähigkeit aus. Dies verursachte nach Schätzungen anhand von Lohnkosten einen Produktionsausfall von etwa 43 Milliarden Euro. Durch ausfallende Arbeitsproduktivität verlor die deutsche Volkswirtschaft etwa 78 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung.

Während die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit in 2008 mit 11,7 Tagen fast konstant blieb, nahm die Anzahl der Fälle mit 110 Fällen je 100 Versicherte deutlich zu. Etwa jeder vierte Fehltag (24,6 Prozent) wurde durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. Unfälle und Verletzungen sowie Erkrankungen des Atmungssystems folgen mit 13,6 Prozent und 13,4 Prozent auf Rang zwei und drei der Statistik. Der Anteil der Fehlzeiten aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen lag wie im Vorjahr bei neun Prozent.

Lange nach dem Asbestverbot fordert das gefährliche Mineral seine Opfer. Fast zwei Drittel (61 Prozent) der 2.430 Menschen, die in 2008 als Folge einer Berufskrankheit verstarben, litten an Berufskrankheiten, die Asbest verursachte. Insgesamt gab es 2008 wieder mehr Verrentungen (4,2 Prozent) und mehr Todesfälle infolge einer Berufskrankheit. Auch in 2008 setzt sich der Anstieg der Rentenzugänge aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit mit 0,8 Prozent fort. Während alle anderen Diagnosegruppen insgesamt rückläufig sind, steigen psychische und Verhaltensstörungen weiter an (6,5 Prozent). Mittlerweile geht mehr als jeder Dritte (35,6 Prozent) wegen dieser Diagnose in Frühverrentung.

Diese und weitere Fakten führt der Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2008 auf, den die BAuA jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin