Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Interview mit Klaus-Peter Kaas, Geschäftsführer des T5 KarrierePortal

22/09/2016

Auf der MEDICA treffen – in konzentrierter Form – zukünftige Fach- und Führungskräfte auf potentielle Arbeitgeber. MEDICA.de sprach mit Klaus-Peter Kaas über die Probleme der Arbeitssuche in der Medizintechnik-Branche..

Bild: Lächelnder Mand mit Brille steht vor einer Wand mit dem Wort "Jobbörse"; Copyright: T5 KarrierePortal

Klaus-Peter Kaas; © T5 KarrierePortal

Herr Kaas, bei der MEDICA geht es um Medizin und Medizintechnik. Wie sehen in diesem Bereich die Karrieremöglichkeiten aus?

Klaus-Peter Kaas: Die Branche Medizintechnik ist eine wachsende Branche, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass viele Prozesse in der medizinischen Versorgung automatisiert werden. Das heißt, man braucht ständig neue Entwicklungen. Durch die digitalen Techniken hat man auch extrem viele Möglichkeiten, Apparate im medizintechnischen Bereich im Grunddesign stark zu verändern oder auch ganz neue zu entwickeln. Im Klartext bedeutet das, dass Ingenieure und Softwareentwickler gebraucht werden, die eine medizinische Denkart haben. Und das ist das Anspruchsvolle. Das heißt, die Branche, so wie wir sie sehen, hat einen eklatanten Fach- und Führungskräftemangel im Engineering- und Softwarebereich.

Sie meinen also, es existiert ein Fachkräftemangel bei den Unternehmen?

Kaas: Ja, denn die Branche boomt aus den gerade eben beschriebenen beiden Punkten heraus. Und das führt dazu, dass es hier diesen Mangel gibt. Die Schwierigkeit ist, dass Menschen gebraucht werden, die sich sowohl im technischen respektive im Softwarebereich auskennen als auch eine naturwissenschaftliche Denkart mitbringen. Diese Kombination zu finden, ist nicht leicht.

Bild: Ein Mann blickt in ein Mikroskop; Copyright: bogdan.hoda

Die Medizintechnik-Branche ist eine wachsende Branche. Überall werden geeignete Fach- und Führungskräfte gesucht; © panthermedia.net/bogdan.hoda

Haben Fachkräfte in der Branche spezifische Probleme bei der Arbeitssuche?

Kaas: Die größte Problematik ist, dass viele Arbeitgeber in diesem Bereich gar nicht bekannt sind. Man kennt zum Beispiel Siemens, vielleicht noch GE. Aber das ist ein amerikanischer Konzern, da wird es in Deutschland schon schwieriger. Eventuell kennt man auch Philips Healthcare, wobei Philips wahrscheinlich eher aus dem Konsumgüterbereich bekannt ist. Aber ganz eklatant wird es dann für kleine und mittelständische Arbeitgeber. Das sind etwa zu 90 bis 95 Prozent Unternehmen, die man nicht einmal vom Namen her kennt, geschweige denn als Medizintechnikarbeitgeber. Das ist die größte Problematik, die Bekanntheit der Arbeitgeber und deren Stellenangebote.

Das Interview wurde geführt von Olga Wart.
MEDICA.de