Substanzen, welche Tumor-Nekrose-Faktor-alpha blockieren (TNF-Alpha-Blocker), können die Beschwerden einer rheumatoiden Arthritis lindern. Nicht selten bessern sich dadurch auch die funktionalen Einschränkungen, die häufig mit einer rheumatoiden Arthritis verbunden sind. Allerdings sind TNF-alpha-Blocker auch relativ teuer. Wenn solche Substanzen helfen würden, die Arbeitsfähigkeit eines Patienten zu erhalten, dann könnte man damit die hohen Kosten besser rechtfertigen.

Dr. Saralynn Allaire von der Boston University School of Medicine in den USA hat sich nun mit ihrer Arbeitsgruppe genau diese Frage gestellt: Können TNF-alpha-Blocker die Arbeitsfähigkeit eines Patienten mit rheumatoider Arthritis länger erhalten? Die Ergebnisse ihrer Studie stellten sie jetzt auf dem Jahreskongress des „American College of Rheumatology (ACR)“ vor.

Allaire hat eine Fall-Kontroll-Studie durchgeführt, an der 953 Patienten mit rheumatoider Arthritis teilnahmen. Alle litten seit mindestens 14 Jahren an dieser Erkrankung, waren zu Beginn er Studie jünger als 64 Jahre und standen in Arbeit. Zwischen 2002 und 2005 wurden sie regelmäßig interviewt. 48 Prozent der Patienten nahmen einen TNF-alpha-Blocker ein.

Zunächst war die Arbeitsgruppe über die Ergebnisse der Studie enttäuscht: TNF-alpha-Blocker können offenbar nichts dazu beitragen, die Zeit bis zu einer Arbeitsunfähigkeit hinauszuzögern. Differenzierter war das Ergebnis dann, als man sich die Ergebnisse in Bezug auf die Dauer der Erkrankung ansah: Jene Patienten, deren rheumatoide Arthritis erst rund ein Jahrzehnt zuvor diagnostiziert worden war, profitierten sehr wohl von TNF-alpha-Blockern, im Gegensatz zu jenen Patienten, die schon seit mehr als elf Jahren daran litten. Vor diesem Hintergrund plädieren die Studienleiter dafür, TNF-alpha-Blocker schon möglichst frühzeitig in der Therapie einzusetzen.

MEDICA.de; Quelle: American College of Rheumatology (ACR): Scientific Meeting 2007