Die TTC wurde Anfang der 90er-Jahre von dem Japaner Sato erstmals als reversible linksventrikuläre Kontraktionsstörung beschrieben. Der linke Ventrikel (LV) zeigt ein charakteristisches Kontraktionsmuster (apical ballooning). Über weitere typische Kardio-MRT (CMR)-Befunde ist noch wenig bekannt.

In einer Studie wurden nun zwischen Juli 2005 und Oktober 2006 74 konsekutive Patienten mit akutem Brustschmerz, ST-Hebungen und/oder positivem Troponin T nach Ausschluss einer signifikanten koronaren Herzkrankheit mittels CMR (1,5T-Scanner Siemens Magnetom Sonata) untersucht. Die CMR-Diagnostik bestand aus Cine-Gradientenecho-Sequenzen (Funktionsanalyse), T2-gewichteten Turbospinecho-Sequenzen (Ödemnachweis) sowie T1-gewichteten Gradientenecho-Sequenzen vor und nach Kontrastmittelgabe (Gd-DPTA 0,1 mmol/kg KG).

Von 74 Patienten mit dem klinischen Bild eines akuten Myokardinfarktes ohne koronares Korrelat im Herzkatheter zeigten acht Patienten (11 Prozent) im CMR das typische Kontraktionsmuster eines apical ballooning: eine zirkuläre Hypo- bis Akinesie der apikalen und mittleren LV-Abschnitte bei hyperkontraktiler Basis. Diese acht Patienten waren im Mittel 65 Jahre und in sieben Fällen Frauen (88 Prozent). Troponin T-Erhöhungen fanden sich in sechs der acht Fälle (75 Prozent). Neben dem apical ballooning zeigten vier der acht Patienten (50 Prozent) eine diskrete, diffuse Konstrastanreicherung (Late Enhancement) im Myokard des LVApex.

In keinem Fall zeigte sich eine fleckförmige, subendokardial betonte Anreicherung, wie es bei der akuten Myokarditis typisch ist, oder die kompakte, subendokardiale Anreicherung der Infarktnarbe. Nur zwei der vier Patienten mit Late Enhancement hatten gleichzeitig eine Troponin-Erhöhung.

MEDICA.de; Quelle: 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie