Bild: Ein Kalender 
Für manche Patientinnen könn-
ten fünf Tage Bestrahlung
ausreichen; © Pixelio.de

In der Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen wird seit zwei Jahren im Rahmen einer europaweiten Studie die Teilbrust-Bestrahlung bei Brustkrebs nach einer Operation untersucht. "Die Ergebnisse von bisherigen Untersuchungen zur Teilbrustbestrahlung lassen vermuten, dass bei Frauen mit Brustkrebs und einem geringen Rückfall-Risiko nach der Operation nicht mehr die gesamte Brust in Intervallen über sechs bis sieben Wochen bestrahlt werden muss, sondern, dass möglicherweise die Bestrahlung eines Teils der Brust in einer Behandlungszeit von drei bis fünf Tagen ausreicht", sagte Prof. Dr. Vratislav Strnad, Studienleiter und Leiter des Bereichs "Operative Strahlentherapie" an der Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Sollten sich die bisherigen Ergebnisse durch die aktuelle europaweite Studie weiterhin bestätigen, könnte die Behandlungsdauer künftig deutlich reduziert und möglicherweise auch Nebenwirkungen verringert werden. Bis zum Abschluss der Studie in sieben Jahren soll der Krankheitsverlauf von knapp 1.300 Patientinnen beobachtet werden. Bislang konnten 800 Patientinnen in zwölf Krebs-Zentren in Europa in die Studie einbezogen werden.

Bei der so genannten Brachytherapie wird die Strahlenquelle mittels dünner Plastik-Katheter direkt in die operierte Region der Brust gebracht. Dabei reicht eine Behandlungszeit von maximal fünf Tagen aus. Die herkömmliche Bestrahlung erfolgt in mehreren Intervallen über sechs bis sieben Wochen.

"Eine Teilbestrahlung der Brust kommt jedoch nur für Patientinnen in Frage, die ein geringes Rückfall-Risiko haben", betont der Strahlentherapeut. Dazu zählenältere Betroffene mit Brustkrebsvorstufen - so genannten duktalen in-situ Karzinomen – und Frauen, bei denen der Tumor kleiner als drei Zentimeter ist, die günstige biologische Prognosemarker haben, deren Lymphsystem noch nicht befallen ist und die älter als 40 Jahre sind.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg