Teilnehmer am Chroniker- Programm profitieren

Dies hat eine aktuelle Studie gezeigt. 865 DMP-Teilnehmer und 534 Nicht-DMP-Teilnehmer füllten einen standardisierten Fragebogen aus. Die Fragen richten sich vor allem auf die folgenden Aspekte: Aktivierung und Einbezug, Erreichbarkeit, Organisation und Verstehbarkeit der Versorgung, Formulierung von Zielen, Problemlösung und die Koordination der Weiterbehandlung.

Um die Sichtweise der Patienten zu erfassen, befragten die Heidelberger Wissenschaftler die Teilnehmer auch nach dem persönlichen Erleben der Versorgungsqualität. Darüber hinaus wurde erfasst, inwiefern die Beratung daran ausgerichtet ist, das Selbstmanagement und Verhaltensänderungen beim Patienten zu stärken. Die Ergebnisse wurden in einer Punkteskala von eins bis fünf zusammengefasst.

DMPs sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen und werden seit 2003 von den Krankenkassen angeboten. Durch eine abgestimmte, kontinuierliche Betreuung, die vom Hausarzt koordiniert wird und auf Leitlinien aufbaut, sollen Spätfolgen der Erkrankung verhindert und die Lebensqualität gesteigert sowie letztlich Behandlungskosten gesenkt werden.

Die Teilnahme an einem DMP ist für Patienten und Ärzte freiwillig. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Mitarbeit des Patienten durch Vereinbarung von Therapiezielen und Teilnahmen an Schulungen und Präventionsangeboten.

DMP-Teilnehmer waren zufriedener mit Ablauf und Organisation ihrer Behandlung. Sie schnitten mit 3,21 von fünf möglichen Punkten besser ab als Nicht-DMP-Teilnehmer (2,86 Punkte). Beispielsweise wurden sie von ihrem Arzt häufiger nach ihren Vorstellungen bei der Gestaltung des Behandlungsplans gefragt, sie wurden häufiger darin unterstützt, sich konkrete Ziele in Bezug auf ihr Essverhalten oder sportliche Aktivitäten zu setzen und es wurde ihnen häufiger erklärt, wie sie in schwierigen Phasen mit ihrer Erkrankung umgehen können.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg