25.10.2006

Dr. Hein GmbH

Telematisches Nachsorgekonzept in der Neurologie

Die Deutsche Rentenversicherung Westfalen hat in den letzten Jahren bereits Nachsorgekonzepte für orthopädische, kardiologische und psychosomatische Erkrankungen entwickelt und erfolgreich in der Praxis umgesetzt. Grundauffassung der Deutschen Rentenversicherung Westfalen ist bei der Entwicklung ihrer Nachsorgekonzepte, allen Versicherten unabhängig vom Wohnort eine Nachsorge zu ermöglichen. Für den Bereich der neurologischen Erkrankungen macht die Deutsche Rentenversicherung Westfalen nun erste Schritte in Richtung Telerehabilitation. Die Reha kommt also nach Hause, bis ins Wohnzimmer sozusagen. Hintergrund für diese neue Form des Nachsorgekonzeptes ist der Mangel an niedergelassenen Neuropsychologen, der eine flächendeckende Versorgung der Versicherten in der herkömmlichen Form nicht zulässt. Patienten mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, wie z. B. nach Schlaganfall oder nach einer Hirnoperation, sollen nach ihrem Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus und einer Rehabilitationsklinik auch die Möglichkeit einer wohnortnahen ambulanten Reha-Nachsorge erhalten. „Ziel einer jeden Rehabilitationsmaßnahme ist die dauerhafte Wiedereingliederung der Versicherten in das Berufsleben und in die Gesellschaft. Mit der Telerehabilitation und dem System EvoCare kommt die Deutsche Rentenversicherung Westfalen diesem Ziel ein großes Stück näher“, bemerkt Hans Gerwin, Leiter der Abteilung für Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Westfalen.

Die Firma Dr. Hein GmbH aus Nürnberg hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Rehabilitationseinrichtungen (u. a. Fachklinik Herzogenaurach) das System EvoCare entwickelt, das eine Betreuung der Versicherten in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht. Bereits während der stationären Rehabilitation werden die Patienten vom Klinikteam in die Möglichkeiten von EvoCare eingewiesen. „Der Patient erhält ein speziell für sein Krankheitsbild zusammengestelltes Portfolio von Therapieprogrammen, mit dem er zu Hause weiter üben kann. Seine Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Aufmerksamkeit, Konzentration und des Sprachverständnisses wird durch das tägliche Üben kontinuierlich gesteigert. EvoCare hilft, die in der Rehabilitation erlernten Strategien zu üben und im Alltag umzusetzen“, erläutert Angelika Wegener, Leiterin des Referates Medizinische Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Westfalen. PC-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, auch ein Internetanschluss ist nicht nötig. Die Dr. Hein GmbH liefert die technische Ausstattung vom Computer bis zu den speziellen EvoCare-Therapiegeräten für den Versicherten kostenlos und zuzahlungsfrei direkt nach Hause. Eine Server-basierte Vernetzung stellt die Verbindung zwischen dem Versicherten und seinem Therapeuten sicher. So kann der Therapeut in der Klinik die vom Versicherten zuhause durchgeführten Übungen jederzeit an seinem PC einsehen und nach Bedarf den Schwierigkeitsgrad erhöhen oder absenken. Dr. Hein sieht sein System EvoCare als Beitrag zur patientenfreundlicheren Versorgung: „Der Arzt bzw. auch das Therapeutenteam aus der Klinik wird nach Hause gebracht.“

Das Pilotprojekt läuft in der Klinik Ambrock in Hagen. Die Deutsche Rentenversicherung Westfalen wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der Klinik Ambrock wissenschaftlich begleiten lassen. Erweist sich das Nachsorge-Konzept als erfolgreich, sollen auch andere Rehabilitationseinrichtungen, die Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Westfalen mit neurologischen Erkrankungen betreuen, dieses Konzept anbieten.

Weitere Informationen geben wir Ihnen gerne auf Stand C48 in der Halle 15. Fragen Sie auf dem Stand der Firma Magrathea nach Herrn Dr. Hein, Herrn Setz oder Herrn Wölk.