Telemedizin hilft, aber ersetzt den Hausarzt nicht

Foto: Arzt am Computer

Telemedizin hat keinen negativen
Einfluss auf die Beziehung
zwischen Arzt und Patient;
© panthermedia.net/Ron Chapple

Anhand einer Befragung von Patienten und Ärzten, die ein Jahr lang an einem telemedizinischen Monitoring-Programm teilgenommen haben, konnte gezeigt werden, dass eine ergänzende telemedizinische Betreuung keinen negativen Einfluss auf die Beziehung der Patienten zu ihren niedergelassenen Haus- und Fachärzten hatte.

Denise Kluska befragte für die Studie 228 telemedizinisch betreute Patienten, jeweils zwei niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie zwei telemedizinisch tätige Ärzte. Deutlich wurde, dass der Hausarzt seine Rolle als erster Ansprechpartner für die meisten gesundheitlichen Belange seiner Patienten auch bei zusätzlicher telemedizinischer Betreuung keineswegs eingebüßt hat. Die Beziehungen der Patienten zu ihren Fachärzten/Kardiologen hatten sich – auch infolge einer Patientenschulung – zum Teil intensiviert, was sich in einer Verbesserung der Kommunikation und einem beidseitig empfundenen Vertrauenszuwachs äußerte.

Für die Teilnehmer am Telemonitoring-Programm ergab sich als wichtigste Errungenschaft die Sicherheit, dass im Bedarfs- und Notfall ein medizinischer Ansprechpartner rund um die Uhr kontaktiert werden kann, wenn herkömmliche Anlaufstellen des Gesundheitswesens nicht erreichbar sind. Darüber hinaus lernten sie durch die Selbststeuerung der Messungen, den Umgang mit den verschiedenen Messwerten und ihrer Bedeutung sowie einer Anpassung des Lebensstils eine aktive und selbstbewusste Rolle im Krankheitsmanagement einzunehmen. Kluska: „Indem Patienten – auch mit der Hilfe von Telemedizin – zu kompetenten Partnern werden, können sich das Verhältnis und die Verhältnismäßigkeit zwischen Ärzten und Patienten zum Positiven entwickeln“.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik (IAT)