Foto: Ein Herz in Glas geritzt
Ständige Überwachung rettet Leben
© Pixelio.de

Im Rahmen einer Studie wurden 450 Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzinsuffizienz (Stadium NYHA III und IV) mit einem elektronischen Blutdruckmessgerät und einer Waage ausgestattet. Die gemessenen Werte wurden über ein Home-Care-Center automatisch an das Telemedizinische Zentrum übermittelt. Im Telemedizinischen Zentrum wurde Alarm geschlagen, wenn die Grenzwerte des Blutdrucks, der Herzfrequenz oder des Körpergewichts überschritten wurden.

Anschließend wurden die Patienten telefonisch zur Symptomatik befragt. Sie erhielten therapeutische Empfehlungen oder Notfallmaßnahmen wurden eingeleitet. Unabhängig von den Alarmreaktionen befragte das Telemedizinische Zentrum die Teilnehmer in 14-tägigem Abstand zu ihren Symptomen, zur aktuellen Medikation und Lebensqualität. Der Krankheitsverlauf wurde in einer elektronischen Patientenakte dokumentiert.

Während des Betreuungszeitraumes von über einem Jahr wurden bei 77 Patienten insgesamt 182 Situationen festgehalten, die einen direkten Eingriff durch das Telemedizinische Zentrum erforderlich machten. In insgesamt 83,8 Prozent der Fälle konnte die Situation bereits stabilisiert werden, indem die Medikamente in Absprache mit dem Haus- oder Facharzt angepasst wurden. In 13,5 Prozent initiierte man eine Einweisung in die Klinik unter kontrollierten Bedingungen und in 2,7 Prozent kam es zu einer notfallmäßigen Einweisung.

Chronische Herzinsuffizienz verursachen oft Krankenhauseinweisungen mit langen Liegezeiten, durchschnittlich bis zu 18 Tagen. Dr. Dirk Baden, Leiter der Studie, erklärte: „Mittels Telemedizin wird eine deutliche Anzahl stationärer Aufenthalte vermieden. Und im Fall einer notwendigen Einweisung erreicht ein Patient in einem vergleichsweise günstigen Zustand die Klinik, wodurch eventuell die Liegezeit kürzer wird."

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.