Patienten mit Nervenschmerzen empfinden mitunter schon einen Wattebausch auf der Haut oder die Berührung mit der Kleidung als schmerzhaft. Um Nervenschmerzen wirkungsvoll zu behandeln, muss man daher herausfinden, welche Mechanismen beim jeweiligen Patienten den Schmerz auslösen.

Dazu hat der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) das Instrument der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) entwickelt. Anhand eines standardisierten Protokolls die Schmerzsymptome einer genauen Analyse unterzogen. Die Methode, die international auf große Beachtung stößt, erlaubt erstmals Rückschlüsse auf die genaue Ursache von Nervenschmerzen, etwa welche Nervenfasern betroffen sind.

Die quantitative sensorische Testung besteht aus einer Reihe festgelegter Tests: So wird zum Beispiel mittels einer Sonde auf der Haut festgestellt, ab wann der Patient Kälte oder Wärme als schmerzhaft empfindet. Auch die Schmerzschwelle bei einem Nadelstich wird gemessen, ebenso wie die Empfindlichkeit gegenüber Vibration und anderen leichten Berührungen.

Aus den Messergebnissen lassen sich Rückschlüsse auf die Mechanismen ziehen, die den Schmerz verursachen, und auf dieser Grundlage kann der Arzt dann die optimale - mechanismen-basierte – Schmerztherapie aufbauen.

Über 1000 Patienten sind bisher mit dem neuen Instrument untersucht worden; alle Daten werden zentral in einer Datenbank gesammelt und analysiert. Durch den Vergleich mit den Daten gesunder Testpersonen haben die Mitglieder des Forschungsverbunds auch erstmals genaue Kriterien festlegen können, ab wann neuropathischer Schmerz vorliegt. "Diese Kriterien sind wichtig auch für die Therapie, denn Nervenschmerz muss mit ganz anderen Medikamenten behandelt werden als andere Schmerzen", erklärt Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede vom Forschungsverbund.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes