Nach einer venösen Thromboembolie werden Patienten in der Regel mindestens drei Monate lang mit einem Vitamin-K-Antagonisten behandelt. Nach Beendigung dieser Therapie erleiden jedoch bis zu einem Drittel der Patienten ein Rezidiv.

Daher werden Patienten nach Risikofaktoren für eine weitere Thrombose untersucht. Da es eine Vielzahl von solchen Risikofaktoren gibt, ist es jedoch sehr schwierig, das individuelle Rezidivrisiko zu quantifizieren. Ein Test wäre ein wertvolles Hilfsmittel in der ärztlichen Praxis. Er könnte den Verbrauch von Antikoagulantien mit all ihren Nebenwirkungen einschränken.

Ein neuer Test zur Thrombinentstehung könnte diesem Ziel jetzt sehr nahe gekommen sein. 914 Patienten nahmen an einer Studie teil, in der dieser Test untersucht wurde. Alle Patienten hatten zuvor eine venöse Thromboembolie erlitten. Drei Monate, nachdem sie die Einnahme eines Vitamin-K-Antagonisten beendet hatten, wurden sie für einen Zeitraum von 47 Monaten nachverfolgt. Innerhalb des Follw-Up kam es in elf Prozent der Fälle zu einem Thromboserezidiv. Bei einer Thrombinentstehung unter 400 nM kam es in 6,5 Prozent der Fälle zu einem Rezidiv, bei Werten darüber in 20 Prozent der Fälle (p kleiner 0.001).

Im Vergleich zu jenen Patienten, deren Körper mehr als 400 nM Thrombin bildete, hatten Patienten mit einem Thrombinwert zwischen 300 und 400 nM ein 58 Prozent geringeres Risiko für ein Rezidiv. Werte unter 300 nM haben sogar ein 63 Prozent geringeres Risiko zur Folge. Etwa zwei Drittel der Studienteilnehmer hatten Werte unter 400 nM. Das Rezidivrisiko war dann 60 Prozent geringer als bei Probanden mit Werten über 400 nM (p kleiner 0.001).

Die Studienleiter weisen darauf hin, dass der Test zur Thrombinentstehung nur Wahrscheinlichkeiten eines Rezidivs ausdrücken kann, aber ein Rezidiv nicht ausschließt.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2006, Vol. 296, S. 397-402