Wenn Männer altern, dann sinken auch die Serum-Testosteronspiegel, und zwar um etwa 0,4 bis 2,6 Prozent pro Jahr. Zugleich steigt der Spiegel der Sexualhormon-bindenden Globuline (sex hormone–binding globulin: SHBG), welche das freie Testosteron weiter vermindern. Etwa sechs bis zwölf Prozent aller Männer über 40 Jahre sollen ein Androgendefizit haben. Vor diesem Hintergrund wachsen zumindest in den USA die Verschreibungen von Testosteron für Männer. Allerdings beeinflussen Sexualhormone den Metabolismus und könnten dadurch das Mortalitätsrisiko erhöhen. In einer Studie wurde daher jetzt der Zusammenhang zwischen verschiedenen Sexualhormonspiegeln und der Mortalität untersucht.

Die Daten kamen aus der „Massachusetts Male Aging Study“, an der 1.709 Männer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren teilgenommen hatten. Über die Jahre hinweg wurden bei den Männern immer wieder die Spiegel verschiedener Hormone gemessen. Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 15,3 Jahren waren 395 der Männer verstorben.

Beim Vergleich der Mortalität mit den zuvor gemessenen Hormonspiegeln zeigte sich, dass höhere Spiegel von freiem Testosteron und niedrigere Spiegel von Dihydrotestosteron das Risiko einer ischämischen Herzerkrankung signifikant erhöhen (p gleich 0.02 beziehungsweise 0.04). Pro Standardabweichung nach unten beim freien Testosteron sank das Risiko eines Todes durch kardiale Ischämie um 20 Prozent. Außerdem gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen dem freien Testosteron und der respiratorischen Mortalität (p gleich 0.002).

Völlig anders beim Gesamt-Testosterun und dem SHGB: Als man die Ergebnisse nach verschiedenen Faktoren wie Alter und anderem berechnete hatten beide Parameter keinerlei Einfluss auf die kardiale oder respiratorische Mortalität.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2007, Vol. 167, S. 1252-1260