Trotz großer Fortschritte im postoperativen Schmerzmanagement gibt es noch immer einen großen Teil von Patienten, die nach einer Operation moderate bis mittelschwere Schmerzen spüren. Für Anästhesisten ist es daher eine große Herausforderung, Risikopatienten für hohe Schmerzintensitäten zu identifizieren, um das postoperative Schmerzmanagement besser planen zu können.

In einer Studie wurden 34 Frauen untersucht, die sich einem elektiven Kaiserschnitt unterzogen. Zwei Wochen vor dem Eingriff beantworteten die Frauen einen Fragebogen. Aus den Antworten errechneten die Studienleiter das Ängstlichkeitsniveau, die Erwartungen an die postoperativen Schmerzen und die Schmerzen, welche die Frauen bereits in der Schwangerschaft verspürt hatten. Zusätzlich schnallte man ein kleines Hitzeelement an die Arme und Rücken der Frauen und bat sie, den Grad an Unwohlsein und Schmerz anzugeben. Nach dem Kaiserschnitt gaben die Frauen Auskunft über ihre Schmerzen und die Wissenschaftler bestimmten daraus den Schmerzmittelbedarf.

Wie die Studienleiter herausfanden, machen sechs prädiktive Faktoren nahezu 90 Prozent der Variabilität der Schmerzintensität aus: Beste Prädiktoren für postoperativen Schmerz waren der Blutdruck unmittelbar vor dem operativen Eingriff und die Antwort der Patienten auf das Hitzeelement. So konnte man sehr sicher voraussagen, ob die Patientinnen zu den 20 Prozent der Gruppe gehören würden, die über die schwersten Schmerzen klagten.

Nun sollen weitere Studien die Testverfahren vereinfachen und auf einige wenige präoperative Tests beschränken. Immerhin habe die Studie gezeigt, dass man die Heftigkeit eines postoperativen Schmerzes mit hoher Sicherheit voraussagen könne, sagten die Studienleiter auf dem Jahreskongress der American Society of Anesthesiologists.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Anesthesiology Annual Scientific Meeting in Atlanta