Das zeigt eine multizentrale Studie von 255 Patienten, bei der die Wirksamkeit und Toxizität der Kombination von oralem Melphalan und Prednison (MP) mit MP plus Thalidomid (MPT) getestet wurde.

Alle Patienten hatten ein neu diagnostiziertes multiples Myelom (MM) und waren über 65 Jahre alt. Patienten, die mit MPT behandelt worden waren, erreichten Gesamtansprechraten von 76 Prozent versus 48 Prozent bei MP allein (p kleiner 0.0001), sowie beinahe vollständige Ansprechraten von jeweils 28 Prozent versus sieben Prozent (p kleiner 0.0001). MPT-Patienten verzeichneten auch hinsichtlich des medianen progressionsfreien Überlebens (33 Monate versus 14 Monate, p kleiner 0.001) und den Zwei-Jahres-Überlebensraten (82 Prozent versus 65 Prozent, p gleich 0.02) die besseren Ergebnisse.

Wenn man lediglich die Patienten in Betracht zieht, die die vorgegebenen sechs Zyklen beider Studienarme vollständig absolviert haben, so liegt die Zwei-Jahres-Überlebensrate bei 90 Prozent für den MPT-Arm versus 71 Prozent für Patienten, denen MP verabreicht wurde. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant (p kleiner 0.01). Schwerere Nebenwirkungen wurden bei 49 Prozent der MPT-behandelten Patienten versus 25 Prozent der MP-behandelten Patienten beobachtet. Es traten zum Beispiel Thromboembolie, Infektionen und periphere Neuropathien auf.

Dieser Versuch beweist nach Ansicht von Dr. Antonio Palumbo von der Hämatologischen Abteilung der Universität Turin in Italien, der den Versuch leitete, dass die zusätzliche Verabreichung von Thalidomid zu der herkömmlichen Melphalan/Prednison-Behandlung einen erheblichen klinischen Vorteil für ältere, neu mit multiplem Myelom diagnostizierte Patienten darstellt. Diese Daten lassen den Schluss zu, dass Thalidomid, das bei rezidiviertem/refraktärem Myelom häufig angewendet wird, auch bei der First-Line-Therapie eine vielversprechende Rolle spielen könnte.

MEDICA.de; Quelle: 47. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH)