Multiple Myelome sind Erkrankungen des Knochenmarks. Gegenwärtig gehören die Wirkstoffe Melphalan und Prednisolon zur First-line-Therapie in der Behandlung des Multiplen Myeloms bei älteren Menschen über 65 Jahre. Jüngere Patienten werden häufig mit einer starken Dosis Melphalan behandelt, auf die dann eine Stammzelltransplantation folgt.

Seit dem Ende der 90er Jahre wird der Wirkstoff Thalidomid experimentell zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt. In einer aktuellen Studie sollten nun neue Daten zur Wirksamkeit dieses Wirkstoffs beim Multiplen Myelom gewonnen werden.

In der dreiarmigen Studie erhielten 196 Patienten zwischen 65 und 75 Jahre die Kombination aus Melphalan und Prednisolon, 125 weitere Patienten wurden mit Melphalan und Thalidomid und weitere 126 Patienten mit hohen Dosen von Melphalan in Verbindung mit einer nachfolgenden autologen Stammzelltransplantation behandelt.

Nach einer durchschnittlichen Nachbehandlungszeit von 37 Monaten hatten die Patienten in der Thalidomid-Gruppe signifikant länger progressionsfrei überlebt: 27,6 Monate versus 17,1 Monate (Melphalan und Prednisolon) sowie 19,4 Monate in der Transplantationsgruppe. Auch in Beug auf die Gesamt-Überlebenszeit zeigte sich das Thalidomid eindeutig überlegen: 53,6 Monate versus 32,2 und 38,6 Monate.

Dieser Erfolg wurde allerdings mit stärkeren unerwünschten Wirkungen erkauft: 12,0 Prozent der Patienten erlitten unter Thalidomid eine tiefe Venenthrombose. In den beiden anderen Gruppen ereilte dieses Schicksal nur 5,0 (Kombinationstherapie) beziehungsweise 6,5 Prozent (Transplantationsgruppe) der Patienten. Außerdem beklagten sich 30 Prozent der Patienten unter Thalidomid über neuropathische Beschwerden. In den beiden anderen Gruppen traten diese überhaupt nicht auf.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology (ASCO) Jahrestagung 2006