Männern mit einem Prostatakarzinom steht heute eine ganze Anzahl von Therapieoptionen zur Verfügung. Bei der Wahl der Therapie sollten sie nicht nur die Überlebensraten berücksichtigen, sondern auch die Lebensqualität, die mit den verschiedenen Therapiearten verbunden ist, meint Dr. Mark S. Litwin von der David Geffen School of Medicine an der University of California, Los Angeles, USA. Dabei müssen sie natürlich von ihren Ärzten entsprechend beraten werden.

Dr. Litwin und sein Team haben bei 580 Patienten mit einem Prostatakarzinom die Lebensqualität nach den jeweiligen unterschiedlichen Eingriffen untersucht. Wichtig war ihnen zum einen die allgemeine, zum anderen auch die krankheitsspezifische Lebensqualität. In die Wertung kamen die radikale Prostatektomie, externe Radiotherapie und die so genannte Brachytherapie.

In Bezug auf die allgemeine Lebensqualität unterscheiden sich die Therapieoptionen offenbar kaum. Anders bei der krankheitsspezifischen Lebensqualität. Hier zeigte sich, dass die Kontinenz und die sexuelle Funktion nach einer radikalen Prostatektomie am eingeschränktesten sind. Besser läuft es bei der Brachytherapie und der externen Radiotherapie. Wurden die Patienten dagegen beidseits nervenschonend operiert, waren die Ergebnisse ebenso gut wie bei einer Radiotherapie.

Bei der Radiotherapie zeigten sich im Vergleich zur radikalen Prostatektomie häufiger Beeinträchtigungen der Stuhlkontinenz beziehungsweise überhaupt Darmprobleme. Waren Patienten vor dem Eingriff potent, dann erlitten sie unter der nervenschonenden Operation zunächst die größten Einbußen an Lebensqualität. Langfristig dagegen waren die Ergebnisse besser als bei der Radiotherapie oder Brachytherapie. Die größte Chance, zur ursprünglichern sexuellen Leistungsfähigkeit zurück zufinden, haben Männer nach einer Radiotherapie.

MEDICA.de; Quelle: Cancer 2007, Vol. 109, S. 2239-2247