Therapie beim Prostatakrebs verbessern

Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Bei der Behandlung dieser Tumorform stehen die Operation, die Strahlen- und die Hormontherapie im Vordergrund. Manche Prostatatumoren sprechen jedoch nicht ausreichend auf die Behandlung an. Bei der Entstehung von Prostatakrebs spielen die männlichen Geschlechtshormone eine wichtige Rolle.

Prostatakrebszellen besitzen in ihrem Zellkern Rezeptoren, an welche die Androgene andocken. Dadurch erhalten die Krebszellen das Signal, sich zu vermehren. Dieses Wachstum kann durch "Antihormone" medikamentös gehemmt werden. Dabei blockieren die Antihormone die Rezeptoren, so dass die Androgene nicht mehr daran binden. Manche Prostatatumoren können sich dieser antiandrogenen Wachstumsblockade jedoch entziehen. Wie dies auf molekularer Ebene geschieht, war bisher weitgehend unklar.

Forscher in Freiburg und Bonn haben dieses Phänomen nun aufklären können: Die Tumorzellen aktivieren stimulierende Enzyme. Damit verstärken sie massiv die Aktivität der Androgenrezeptoren. Zugleich werden bestimmte Gene, die für das Krebswachstum notwendig sind, verändert. Dies führt dazu, dass die Tumorzellen trotz der Behandlung mit antiandrogenen Medikamenten überleben und wachsen. Die Krebszellen werden also gegenüber der Krebstherapie resistent.

Ein Ansatz der Wissenschaftler ist es nun, auch die stimulierenden Enzyme chemisch zu hemmen. Im Labor ist es den Wissenschaftlern so bereits gelungen, das Wachstum von resistenten Prostatakrebszellen zu stoppen. Auf dieser Grundlage wollen die Forscher nun diese chemischen Hemmstoffe systematisch weiterentwickeln, um neue Medikamente gegen fortgeschrittene Prostatatumoren zu erhalten.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.