Therapie zunehmend wichtiger

Foto: Bauchschmerzen

Oft können Patienten Schmerzen in Brust,
Bauch oder Unterleib nicht ohne weiteres
zuordnen;© panthermedia.net/Piotr Marcinski

Angesichts des starken Anstiegs der Schmerzmittel-Verordnungen weist die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf hin, dass eine frühzeitige und angemessene Schmerzmedikation zu jedem modernen Therapiekonzepte gehören sollte. Eine gestiegene Zahl an Verordnungen könne ein gewachsenes Bewusstsein über die Rolle der Behandlung von Schmerzen widerspiegeln.

„Wir setzen uns ausdrücklich dafür ein, dass Patienten mit Schmerzen eine adäquate Medikation mit Analgetika erhalten“, betont Professor Peter Layer von der DGVS. Die sogenannte „Schmerzbeobachtung“, wie sie im Bereich der Viszeralmedizin lange Zeit üblich war, sei heute nicht mehr zeitgemäß.

Oft können Patienten gerade Schmerzen in Brust, Bauch oder Unterleib nicht ohne weiteres zuordnen. Die Art der Schmerzen gibt dann zwar in vielen Fällen Hinweise auf die Erkrankung: „Natürlich sind Schmerzen immer auch ein differentialdiagnostisches Indiz, wenn es darum geht, die Ursachen einer Krankheit zu finden“, weiß Doktor Viola Andresen. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass Ärzte – aus Angst vor einer Diagnose-Verschleierung – bei den betroffenen Patienten keine systematische Schmerzlinderung vornehmen. „Da sich die modernen diagnostischen Möglichkeiten wie etwa Bildgebungsverfahren oder spezielle Laborparameter wegweisend verbessert haben, ist man heutzutage auf diese klinische Schmerzbeobachtung nicht mehr angewiesen“, erklärt Andresen.

Wie die ABDA Anfang November 2012 bekannt gab, haben Verordnungen von Schmerzmedikamenten, insbesondere von starken Mitteln, in den letzten Jahren deutlich zugenommen: Während die Apotheken im Jahr 2005 rund 4,2 Millionen Packungen solcher starken Analgetika an Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung abgaben, waren es 2011 mehr als 6,3 Millionen Packungen. Die Daten beruhen auf der Auswertung von Rezeptdaten. Die verordnenden Ärzte waren zu 56 Prozent Allgemeinmediziner und zu 22 Prozent Internisten.

„Sicherlich müssen die Zahlen noch genauer analysiert werden“, erklärt Layer. „Es ist aber gut möglich, dass sich die Erkenntnis über die Bedeutung der Schmerztherapie in den letzten Jahren mehr und mehr durchgesetzt hat und die Kollegen deshalb mehr Analgetika verordnen“, hofft er. „In dem Fall wäre das eine begrüßenswerte Entwicklung.“ Das Ziel müsse es sein, Schmerzen im Leib frühzeitig und wirksam zu behandeln. Hierfür sei es auch unabdingbar, dass Patienten Ärzte und Pflegepersonal auf ihre Schmerzen hinweisen. „Erhebungen zeigen, dass Patienten hier oft eine unnötige Zurückhaltung an den Tag legen“, so Layer.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)