Therapieerfolg vorhersagen

Foto: Frau fasst sich an den Kopf

Dauerndes Pfeifen im Ohr belastet
die Patienten sehr; © ABDA

Am Viktor Dulger Forschungsinstitut des Deutschen Zentrums für Musiktherapieforschung in Heidelberg wurde eine neue Methode zur Überprüfung der Wirksamkeit des dort entwickelten und neurowissenschaftlich überprüften Therapiemanuals für Patienten mit chronischer Tinnituserkrankung entwickelt.

Die Patienten erlernen während der nur fünf Tage andauernden Kompakttherapie verschiedene aktive Möglichkeiten, ihren Tinnitus direkt zu beeinflussen. Rund 80 Prozent der Patienten verspüren nach der Therapie eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden, bis hin zum völligen Verstummen der „Ohrgeräusche“. Dieser subjektive Eindruck der behandelten Patienten konnte auch durch bildgebende Kontrolluntersuchungen (fMRT) belegt werden.

Die Forscher haben nun erste verlässliche Anhaltspunkte entdeckt, um bereits während der Therapiewoche Vorhersagen über den Therapieerfolg treffen zu können. In einer Studie wurde bei 63 Patienten mit so genanntem tonalen Tinnitus, auch Tinnitus-Pfeifen genannt, während der einwöchigen Therapie täglich die Tonhöhe des jeweiligen Tinnitus gemessen und parallel dazu die Beeinträchtigung durch den Tinnitus untersucht.

Die Ergebnisse zeigen: Je stärker sich die Tonhöhe im Laufe der Therapiewoche veränderte, desto wahrscheinlicher war es, dass die Therapie zu einem erfolgreichen Ergebnis führt. Statistisch lässt sich dies in einer signifikanten Korrelation zwischen der Variabilität der Tinnitusfrequenz und der Reduktion der Tinnitusbelastung ausdrücken. Bei 13 Prozent der behandelten Patienten war nach der Therapie sogar überhaupt keine Tinnitusfrequenz mehr messbar.

Bei 83 Prozent der Patienten sinkt die Frequenz des Tinnitus während der Therapiewoche mehr oder weniger deutlich, bei 17 Prozent steigt die Frequenz an. Die Richtung der Flexibilisierung der Symptomatik, das heißt Anstieg oder Abfall der Tinnitusfrequenz, hat aber keine Auswirkung auf den Therapieerfolg.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung