Therapien bei Heranwachsenden nur begrenzt wirksam

Foto: Übergewichtiges Mädchen

Ambulante und stationäre Therapien
von übergewichtigen Heran-
wachsenden zeigen meist nur
kurze Wirkung;© panthermedia.net/
Craig Robinson

Der Studie zufolge konnten rund 56 Prozent der Kinder und Jugendlichen, deren Daten erfasst wurden, ihr Übergewicht durch eine Therapie für die Dauer von einem beziehungsweise zwei Jahren reduzieren. Nach diesem Zeitraum zeigte sich eine Gewichtsabnahme aber nur noch bei 14 Prozent. Kurzfristige Erfolge in der Gewichtsreduktion sind demnach zwar möglich. Diese werden aber neutralisiert, da eine nachhaltige Gewichtsstabilisierung und eine Verbesserung des Gesundheitsverhaltens nur schwer umzusetzen sind.

Der geringe Effekt, den die Therapie erzielt, zeigt sich auch darin, dass weitere langfristige Therapieziele nur bei 10 bis 18 Prozent der Kinder erreicht werden. Dazu gehören mehr Bewegung im Alltag, gesündere Ernährung, weniger Zeit vor dem Fernsehen oder PC sowie eine bessere Lebensqualität.

Im Rahmen der Untersuchung wurde deutlich, dass die Versorgungssituation im Bereich der Übergewichtsreduktion sehr instabil ist: Die Behandlungseinrichtungen weisen eine hohe Personalfluktuation auf, einzelne wurden im Zeitraum der Datenerhebung auch geschlossen.

Professor Elisabeth Pott von BZgA, spricht deshalb von Defiziten in der Versorgung übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland: „Es ist bislang noch nicht gelungen, für diese jungen Patienten effektive und konstante Programme und Beratungsangebote zu schaffen. Umso wichtiger ist es, Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken, so dass Übergewicht im Kindesalter gar nicht erst entsteht. Dies muss insbesondere auf kommunaler Ebene geschehen, um zum Beispiel Eltern direkt vor Ort für eine gesunde Ernährung und ein gesundes Bewegungsverhalten ihrer Kinder zu sensibilisieren.“

Für die Studie wurden Daten von 1916 übergewichtigen Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren erfasst, die entweder ambulant (circa ein Jahr lang) oder stationär (circa sechs Wochen lang) behandelt wurden. Insgesamt beteiligten sich 48 Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet an der Untersuchung.

MEDICA.de; Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung