29.10.2008

German Healthcare Export Group e.V. / GHE e.V.

Thermo Fisher Scientific stellt neuartige auf Temperatur reagierende Zellkulturoberfläche vor

Nunc UpCell von Thermo Fisher (Foto: Thermo Fisher)
Roskilde. Thermo Fisher Scientific Inc. stellt die neue Nunc™ UpCell™ Oberfläche zur temperaturinduzierten Zellernte vor.

Die Nunc UpCell Oberfläche wurde für eine schnelle Ablösung der Zellen von der Kulturoberfläche durch einen einfachen Temperaturwechsel entwickelt und macht daher die enzymatische Behandlung (Trypsinierung) und das manuelle Abschaben der Zellen überflüssig. Gleichzeitig bleibt die Lebensfähigkeit der Zellen und die Integrität der Oberflächenrezeptoren und Antigene erhalten. Selbst Zellarten, die sich mit anderen Methoden nur schwer von der Oberfläche lösen lassen, können genauso wie zusammenhängende Zellschichten von der Nunc UpCell Oberfläche geerntet werden. Die so gewonnenen Zellschichten können übereinander gestapelt werden, um 3D-Gewebemodelle und Co-Kulturen zu erstellen. Die Nunc UpCell Oberfläche steht in Form steriler MicroWell™ Platten, Petrischalen und Multi-Schalen zur Verfügung, die alle bezüglich Funktionalität, Sterilität, Toxizität und Pyrogenfreiheit zertifiziert sind.

Die neue Nunc UpCell Oberfläche besteht aus einem kovalent immobilisierten Polymer (N-Isopropylacrylamid) oder PIPAAm, das auf der Kulturschale oder -platte eine dünne, gleichmäßige Schicht bildet. Bei 37 °C leicht hydrophob, ermöglicht es die Oberfläche den Zellen anzuhaften und zu wachsen. Durch die hydrophilen Eigenschaften bei Temperaturen unter 32 °C bindet die Oberfläche jedoch Wasser und schwillt an. Das Ergebnis ist, dass sich die anhaftenden Zellen zusammen mit der darunterliegenden extrazellulären Matrix (ECM) von der Oberfläche ablösen. Durch die ECM unter den Zellen wird die Ernte von zusammenhängenden Zellschichten mit intakter Zellpolarisation und intakten Verbindungen von Zelle zu Zelle ermöglicht. Weiterhin kann dadurch ein Aneinanderfügen mehrerer zusammenhängender Zellschichten oder die Bildung von Transplantationsgewebe ohne Gewebekleber oder Nähte erfolgen. 3D-Gewebemodelle und Co-Kulturen können somit ohne Scaffolds und körperfremde Materialien hergestellt werden. Dadurch wird die Zellkultivierung für die Gewebezüchtung enorm vereinfacht.