Tomatensaft verhindert Emphyseme in Mäusen

Saft aus Tomaten hilft rauchenden
Mäusem; © Hemera

Forscher der Juntendo University School of Medicine verglichen zuerst die Reaktion zweier sehr ähnlicher Mausstämme auf Zigarettenrauch. Da die Lungen einer Mauslinie sehr schnell auf "natürliche" Art und Weise altern, glaubten die Wissenschaftler, dass inhalierter Zigarettenqualm Emphyseme schneller als in dem anderen Mäusestamm hervorruft. Und tatsächlich beobachteten sie, dass der Test-Mäusestamm mit Namen SAMP1 Emphyseme entwickelte, nachdem er acht Wochen lang an fünf Tagen der Woche 30 Minuten 1.5% Tabakrauch durch die Nase einatmete. Der Kontroll-Mäusestamm mit Namen SAMR1 entwickelte die krankhaften Veränderungen nicht.

Dann wiederholten die Wissenschaftler denselben Versuchsaufbau noch einmal, ersetzten aber 50 Prozent der regulären Wasserration mit einer Tomatensaft-Mischung. Die Wissenschaftler verglichen dann, welchen Einfluss das Rauchen hat. Sie fanden heraus, dass "rauchinduzierte Emphyseme in SAMP1-Mäusen vollkommen durch die gleichzeitige Aufnahme des Antioxidanten Lycopin in Form von Tomatensaft verhindert wurden". Zusätzlich: "Rauchbelastung steigerte Apoptosis und aktive Caspase-3 der Luftwege und verringerte den "vascular endothelial growth factor (VEGF)" in Lungengewebe, aber die Einnahme von Tomatensaft verringerte Apoptosis und erhöhte den Gewebe-VEGF Level signifikant."

Die Tomaten-Lycopin-Verbindung ist besonders interessant, da die U.S. Food and Drug Administration (FDA) Ende letzten Jahres die Erlaubnis erteilte, dass einige Tomatenprodukte spezielle Kennzeichnungen tragen durften, die den Verbrauch von Tomaten mit einem reduzierten Vorkommen von Prostatakrebs in Männern in Zusammenhang brachten. Als die FDA zu dieser Entscheidung kam, merkte sie an, dass es nicht klar sei, ob Lycopin allein verantwortlich für den Effekt von Tomaten-Produkten sei.

Etwas ähnliches stellten auch die japanischen Wissenschaftler klar: "Da den Mäusen Tomatensaft anstatt purem Lycopin gegeben wurde, können wir nicht ausschließen, dass andere Inhaltsstoffe des Tomatensafts die Ergebnisse beeinflussten." Nichtsdestotrotz gaben sie auch zu bendenken: "Wir können nicht einfach die Resultate über das Mausmodell hinaus interpretieren, denn die Ergebnisse könne nicht einfach auf den Menschen übertragen werden."

Daher müsste man in den nächsten Stufen herausfinden, wie die Einnahme von Tomatensaft menschliche Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) beeinflusst.

MEDICA.de; Quelle: American Physiological Society