Die Tonsillektomie ist eine vorteilhafte Operation bei Kindern, die an rekurrierender Tonsillitis leiden. Unter anderem bessern sich oft Schlafstörungen. Fachgesellschaften haben daher empfohlen, Kindern die Mandeln zu entfernen, wenn sie mehr als drei Mandelentzündungen pro Jahr haben. Obwohl der Nutzen der Tonsillektomie gut dokumentiert ist, weiß man bislang wenig über den potentiellen Gewinn an Lebensqualität bei Patienten nach Tonsillektomie. Diese Lücke schließen nun zwei Studien.

An einer Untersuchung nahmen 92 Kinder zwischen zwei und 16 Jahren teil, die sich einer Tonsillektomie unterzogen hatten. Mit Hilfe des „Tonsil and Adenoid Health Status Instrument (TAHSI)“-Scores und des „Child Health Questionnaire-PF28 (CHQ-PF28)“ untersuchten die Wissenschaftler die Nachwirkungen der Operation.

Dabei zeigte sich, dass die Kinder nach der Operation seltener unter Halsschmerzen litten, weniger Antibiotika benötigten, seltener im Kindergarten oder in der Schule fehlten und insgesamt seltener einen Arzt benötigten. Der TAHSI-Score lag sowohl sechs Monate als auch ein Jahr nach der Operation im Durchschnitt deutlich höher als vor der Operation. Auch die CHQ-PF28-Werte zeigten sich signifikant verbessert.

Eine andere Studie zeigt, wie es bei Erwachsenen nach einer Tonsillektomiean aussieht. 72 Patienten im Alter über 18 Jahre mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren nahmen daran teil. Auch bei ihnen wurde das Operationsergebnis unter anderem mit dem TAHSI-Score und dem „(SF-12 Health Survey)” gemessen. Alle TAHSI-Werte waren in dieser Patientengruppe sechs und zwölf Monate nach der Operation höher als vor der Operation. Es hatten sich unter anderem die Schwierigkeiten beim Essen gebessert, sie benötigten weniger ärztliche Hilfe und die Atmung ging leichter.

MEDICA.de; Quelle: Otolaryngology - Head and Neck Surgery 2008, Vol. 138, S. S1-S8, S9-S16, S17-S18