Radtour: Topfit mit Spenderorgan

17.07.2013
Foto: Radler am Ziel

Zieleinfahrt der Radtour-pro-Organ-
spende 2013 am Universitätsklinikum in Würzburg; © UKW

Am Freitag, den 12. Juli 2013, endete am Würzburger Universitätsklinikum die Radtour-pro-Organspende 2013. Mit der Aktion wollen die Veranstalter unter anderem auf den aktuellen Mangel an Organspendern aufmerksam machen.

Nach sechs Tagen auf dem Rad und gut 440 km quer durch Bayern hat am 12. Juli 2013 das Fahrerfeld der Radtour-pro-Organspende 2013 das Doppelzentrum für Innere und Operative Medizin (ZIM/ZOM) des Universitätsklinikums Würzburg erreicht. Die Kerngruppe aus 22 Radlern lebt entweder mit einem Spenderorgan oder ist dialysepflichtig. Veranstaltet wurde die Tour vom Verein TransDia – Sport für Transplantierte und Dialysepatienten. Ziel des Vereins ist es, zu demonstrieren, wie gut körperliche Aktivität für Dialysepatienten und Organtransplantierte ist. Beispielsweise werden dadurch Blutdruck, Körpergewicht und Selbstbewusstsein günstig beeinflusst. Darüber hinaus will der Verein die Öffentlichkeit für den aktuell besonders prekären Mangel an Organspenden sensibilisieren und so dazu beitragen, dass in Deutschland wieder mehr Patienten durch eine Organtransplantation geholfen werden kann.

Die Radtour-pro-Organspende findet seit dem Jahr 2007 jedes Jahr in einer anderen Region Deutschlands statt. Auf der Strecke werden gezielt Transplantationszentren und Spenderkrankenhäuser angesteuert. Den dortigen Engagierten soll so gedankt und der Erfolg ihrer Arbeit demonstriert werden.

Auf der letzten Etappe von Kitzingen nach Würzburg hat sich eine Gruppe von 21 Mitarbeitern des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) den Transplantierten und Dialysepflichtigen angeschlossen. Viele der radelnden Unterstützer sind in der einen oder anderen Form beruflich unmittelbar mit dem Thema Transplantation und seinen Patienten verbunden, wie zum Beispiel Professor Ingo Klein und Professor Andreas Geier. Beide zeigten sich von der Leistungsfähigkeit der Radler mit Spenderorganen beindruckt. „Es ist schon faszinierend, neben einem Menschen einen Berg hochzustrampeln, dem erst vor 13 Monaten eine komplette Spenderlunge implantiert wurde und der zuvor kaum mehr eine Treppe steigen konnte“, berichtet Geier.

Am ZIM/ZOM begrüßte Professor Norbert Roewer die Sportler. In seiner Ansprache wies er auf die Tatsache hin, dass aktuell rund 12 000 Menschen deutschlandweit auf ein Spenderorgan warten und statistisch gesehen täglich drei von ihnen versterben, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist. „Im Zusammenhang mit den Organspendeskandalen des letzten Jahres wurden zwei Transplantationszentren in Bayern geschlossen. Außerdem ist die Organspendebereitschaft der Bevölkerung massiv eingebrochen. Dem Universitätsklinikum Würzburg ist es eine Herzensangelegenheit, gegen diesen Missstand anzukämpfen“, so Roewer.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Würzburg