Beta-Amyloid-Plaque sind eines der wichtigsten pathologischen Kennzeichen des Morbus Alzheimer. In der Positronenemissionstomographie (PET) kann man mit Hilfe eines speziellen Tracers diese Plaque sichtbar machen, da der Tracer sich an diese Plaque bindet. Es handelt sich dabei um den Tracer N-methyl-[11-C]2-(4'-methylaminophenyl)-6-hydroxybenzothiazol, abgekürzt: [11-C]PIB (für „Pittsburgh Compound-B“). In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, ob man sich diesen Tracer zunutze machen kann, um Patienten mit Morbus Alzheimer schon lange vor dem Auftreten erster kognitiver Veränderungen erkennen zu können.

Wissenschaftler der Washington University in St. Louis untersuchten 41 Patienten im Alter zwischen zehn und 86 Jahren ohne Demenz und zehn Patienten zwischen 66 und 86 Jahren mit klinisch manifester Demenz vom Alzheimer Typ. Alle Probanden unterzogen sich einer PET-Untersuchung mit [11-C]PIB.

In Übereinstimmung mit frühren Studien zeigte sich bei den dementen Patienten eine erhöhte Bindungsaktivität in den relevanten Gehirnarealen. Dazu gehören unter anderem das Zerebellum sowie der präfrontale und laterale Kortex. Allerdings wiesen auch vier der Probanden aus der nicht-dementen Gruppe Bindungsmuster auf, die denen der Alzheimer-Patienten sehr ähnlich waren. In zwei Fällen waren die Bindungsmuster sogar nicht von denen der Alzheimer-Kranken zu unterscheiden.

Nun müssen die Studienleiter nur noch Geduld haben und die weitere kognitive Entwicklung der vier Fälle verfolgen. Parallel dazu sollen weitere Longitudinalstudien begonnen werden, um den Nutzen des [11-C]PIB für die Frühdiagnose eines Morbus Alzheimer zu bestimmen.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2006, Vol. 67, S. 446-452