Erhöhte Werte der Aminotransferasen im Serum, wie etwa die Alanin-Aminotransferase (ALT) oder die Aspartat-Aminotransferase (AST) haben eine gewisse Aussagekraft für die Mortalität in der Normalbevölkerung. Für beide Transferasen gibt es „Normalwerte“, die von den Fachgesellschaften definiert wurden.

Möglicherweise sind diese Normalwerte aber zu hoch angesetzt, wie jetzt auf dem Jahreskongress der „American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD)“ dargestellt wurde. Wissenschaftler aus Minnesota, USA, haben die Daten von rund 25.000 Personen untersucht, die sich im Jahre 1995 den AST- beziehungsweise ALT-Wert messen ließen. 2.339 Personen von 18.330 hatten AST-Spiegel, die oberhalb des definierten Grenzwertes lagen. Dies galt auch für 907 Personen von 6.792 Personen, deren ALT-Spiegel 1995 gemessen wurde.

Als man diese Werte mit den Mortalitätsraten abglich zeigte sich: Es gibt offenbar eine lineare Beziehung zwischen ALT- und AST-Spiegeln und der Mortalität bei beiden Geschlechtern. Vor allem der ALT-Spiegel hat eine hohe Aussagekraft für Lebererkrankungen. Bei den aktuellen Grenzwerten gelten offenbar auch verschiedene Personen als „gesund“, die bereits erste Leberschäden aufweisen. Die amerikanischen Wissenschaftler plädieren daher dafür, die ALT- und AST-Grenzwerte abzusenken. Gegenwärtig liegen sie bei 30 IU/L bis 60 IU/L, je nach Labor. Künftig sollten sie unter 30 IU/L liegen.

In einer weiteren Studie testete man einen neuen Wirkstoff namens PF-03491390, der offenbar die Fähigkeit hat, die AST- und ALT-Spiegel abzusenken. Dieser Wirkstoff wurde an 204 Patienten getestet, die an einer Hepatitis C erkrankt waren und erhöhte AST- und ALT-Spiegel hatten. Bereits in der ersten Woche nach Behandlungsbeginn konnte PF-03491390 die Spiegel der beiden Transferasen deutlich absenken.

MEDICA.de; Quelle: American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) 57th Annual Meeting: Abstract 95